Fahrradwerkstatt: Aus dreien wird eine

Mechanikerin Jutta Agyemang ist die bislang einzige Festangestellte. „Ich habe diverse Mechanik-Fortbildungen gemacht“, erzählt sie.

Arbeitsgenossenschaft legt gemeinnützige Betriebe zusammen

Aus drei mach eine: Die Fahrradwerkstätten in der Industriestraße, auf der Veddel und in Süderelbe wurden geschlossen. Dafür gibt es jetzt eine neue in Wilhelmsburg: Anfang Januar hat im Reinstorfweg 11 „Elbinsel-Rad“ eröffnet, ein gemeinnütziger gewerblicher Betrieb mit Reparatur, Selbsthilfe, Verkauf von gebrauchten Rädern und einer Computerwerkstatt unter einem Dach. Träger des Projekts ist die Hamburger Arbeitsgenossenschaft Wilhelmsburg (HAGW).
Nach dem Wegfall zahlreicher Ein-Euro-Jobs vor drei Jahren gerieten viele Beschäftigungsprojekte in Existenznot, darunter auch die Arbeitsloseninitiative Wilhelmsburg (AIW). Um die AIW-Werkstatt in Hausbruch und die kombinierte Rad- und Computerwerkstatt „Bike&Byte“ auf der Veddel zu erhalten, wurde die Arbeitsgenossenschaft aus der Taufe gehoben. „Inzwischen müssen wir ganz ohne Ein-Euro-Kräfte auskommen“, sagt HAGW-Vorstand Hildebrand Henatsch. Deshalb habe man die drei Werkstätten kurzerhand zusammengelegt.
Der Vorteil: Die neue Werkstatt ist wesentlich größer und zudem zentral in S-Bahnnähe gelegen. „Die anderen Standorte waren außerdem ziemlich beengt, es fehlten teilweise Toiletten, oft wurschtelten die Mitarbeiter den ganzen Tag alleine herum“, berichtet Genossenschaftsmitbegründer Sven Timmermann. Jetzt sei Platz genug für mehr Mitarbeiter – auch wenn es bislang nur eine halbe Stelle gibt: Mechanikerin Jutta Agyemang ist die einzige fest Angestellte. „Wenn der Laden läuft, sollen weitere dazukommen“, so Timmermann.
Das bisherige Konzept der Service- und Selbsthilfewerkstatt soll fortgeführt, aber mit neuen Ideen erweitert werden. Zusätzliche Serviceleistungen sind geplant, etwa eine Fahr-radaufbewahrung während der Gartenschau und ein Radverleih. Die Betreiber von „Elbinsel-Rad“ hoffen, dass die alten Kunden auch dem neuen Standort die Treue halten. Der Bedarf an Reparaturmöglichkeiten und Ankauf von gebrauchten Rädern ist offenbar groß. Henatsch: „Die alten Werkstätten liefen gut, im Dezember haben wir allein am Standort Industriestraße rund 1.500 Euro erwirtschaftet.“ Die Einnahmen müssen nun reichen, den neuen Betrieb aufrecht zu halten.

Elbinsel-Rad, Reinstorfweg 11, hat montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ab Frühjahr auch am Sonnabend; für Ende Februar planen die Betreiber eine Eröffnungsfeier mit Fahrradflohmarkt; Tel. 67 38 92 55 (Fahrradwerkstatt), Tel. 67 38 92 54 (Computerwerkstatt)
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