Fährstraßenfest fällt ins Wasser

Das Fährstraßenfest fällt aus. Gebühren und Auflagen hätten es unmöglich gemacht, sagt Erich Rohde, Vorstand des Vereins Hoffnung. Foto: tsilis

Hohe Gebühren - Verein Hoffnung beklagt Bürokratie-Hürden

Von Andreas Tsilis.

Es hätte so schön werden können: Nach Jahren der Abstinenz plante Erich Rohde, Vereinsvorstand des gemeinnützigen Vereins Hoffnung, eine Wiederauflage des Fähr-
straßenfestes. Doch dazu kommt es nun nicht mehr, entnervt macht Rohde einen Rückzieher. Die Schuld daran, sagt er, trage die Behörde. Die sei mit „immer neuen Auflagen und Gebührenforderungen gekommen.“
Nach Rohdes Angaben hätte der Verein für die Ausrichtung des Festes mindestens 33.500 Euro an die Stadt zahlen müssen. Allein die Sondernutzung („Miete“) der Fährstraße für drei Tage sollte 10.000 Euro kosten, hinzu kämen Geldforderungen für Strom, Wasser, Sicherheit, Gastronomie, Bühne, Bus- und Verkehrsumleitungen. Die Auflagen des Bauamtes seien zudem nicht einleuchtend gewesen. So hätte er zwar eine Bühne aufstellen dürfen, Lautsprecher und Verstärker aber nicht. Wie Musik ohne ausreichende Akustik bei einem Straßenfest mit vielen Besuchern funktionieren soll, bleibt dabei nicht nur für Rohde ein Rätsel.

„Der Hahn wird
allmählich zugedreht“

Ein ganzes Wochenende verbrachte Rohde damit, einen detaillierten Lageplan der 234 Meter langen Fährstrasse zu zeichnen. Denn das Bauamt wollte wissen, wer wo welchen Stand beim Fest betreibt. Nun ist alles für die Katz. Diese sinnlose Arbeit bringt Rohde noch heute auf Zinne. Er spricht von verpatzten Chancen für Wilhelmsburg, Ungereimtheiten bei Fest-Genehmigungen und dem Gefühl, dass in Wilhelmsburg „der Hahn allmählich zugedreht wird“. „Seit Jahren gibt es kein Spreehafenfest, kein Stübenplatzfest und kaum Flohmärkte, das Musikfest 48 Stunden Wilhelmsburg wird aber genehmigt.“
Die Verwaltung widerspricht. „Die Stadt unterstützt Bürger-feste“, sagt Pressesprecherin Sorina Weiland. Die Kosten seien für gemeinnützige Vereine längst nicht so hoch wie behauptet. Was konkret für das Fährstraßenfest bezahlt werden muß, wisse sie zwar nicht - möglicherweise sei Herr Rohde „aber auch zu unbedarft an die Sache herangegangen“, so Weiland. Alternativ wollte Rohde ein abgespecktes Bürgerfest auf dem Stübenplatz organieren. Telefonisch wurde ihm mitgeteilt, das sei „grundsätzlich nicht genehmigungsfähig“. Vielleicht war er dafür aus Behördensicht ein zweites Mal zu unbedarft.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.