Eulenfamilie im Garten

Eine junge Waldohreule im Geäst. (Foto: Eckhard Froberg)

In der Kirchdorfer Straße werden gerade fünf Waldohreulen flügge

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Mitte Juni hatte Anita Derboben die ungewöhnlichen Besucher erstmals gesichtet. „Fünf junge Eulen“, berichtet sie begeistert. „Sie saßen hinten im Garten auf einem Baum und ließen sich von den Eltern füttern!“ Ein wenig Internetrecherche brachte die Anwohnerin der Kirchdorfer Straße auf die richtige Spur: Wahrscheinlich handelt es sich um Waldohreulen – eine in Mitteleuropa relativ häufige Art, die man an ihren großen Federohren erkennt. Ganz junge Eulen („Ästlinge“) erinnern mit ihrem weißen bis graubraunen Federkleid eher an große Wattebäusche – einen starken Kontrast dazu bildet die auffällige, schwarze Gesichtsmaske.
Jeden Abend gegen 22 Uhr wird die Eulenfamilie aktiv. „Man kann fast die Uhr danach stellen“, sagt Derboben. Dann will der Nachwuchs etwas zu Fressen haben und macht sich durch lautes Fiepen bemerkbar. Das kann über Stunden so weiter gehen – bis die Eltern genügend Beute erjagt haben, um ihre Brut zufrieden zu stellen.
Derboben findet das spannender als jedes Buch oder jeden Film: „Ich habe schon halbe Nächte draußen verbracht, um mir das anzugucken“, sagt sie. Auch ihren Mann hat sie mit ihrer Begeisterung angesteckt. Inzwischen hat er ein paar ganz brauchbare Fotos von den jungen Eulen geknipst. „Solange sie noch nicht fliegen können, klettern die Jungen ganz geschickt den Baum hoch“, sagt Eckhard Froberg. „Es ist unglaublich interessant, das zu beobachten.“
Gebrütet haben die Eulen wahrscheinlich in einer großen Eiche an der Kirchdorfer Straße. Das sei nichts Ungewöhnliches, sagt Harald Köpke vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Hamburg. „Waldohreulen stehen nicht auf der roten Liste, sie sind in Wilhelmsburg überall zuhause.“ Erfreulich ist eine solche Entdeckung allemal: „Durch die intensive Landwirtschaft ist ja fast jede Tierart gefährdet“, sagt er.
Ein weiterer häufiger Besucher in Wilhelmsburgs Gärten – auch bei den Derbobens – ist in diesem Jahr die Ringelnatter. Mit dem nassen Hamburger Wetter kommt die Schlange bestens zurecht. „Mehr Regen bedeutet mehr Amphibien – die Hauptnahrung der Ringelnatter“, berichtet Köpke.
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