Erste Kita für Georgswerder

Kita-Leiterin Anne Mathesy und Weltwissen-Geschäftsführer Stephan Pohl freuen sich, dass der Umbau der Kita abgeschlossen ist und hoffen auf viele Anmeldungen.
 
„Die Lochdecken in allen Gruppenräumen tragen dazu bei, dass die Kita deutlich ruhiger ist“, erzählt Akustiker Clemens Schütte (r.). Davon profitieren sowohl die Kinder, als auch die Mitarbeiter. „Das hat nicht jede Kita“, fügt Architekt Jan-Erik

Kindertagesstätte „Deichpiraten“ am Niedergeorgswerder Deich eröffnet – viele freie Plätze!

Anna Sosnowski, Georgswerder

Noch toben erst sieben kleine Deichpiraten durch den verwinkelten Bau am Niedergeorgswerder Deich 79. In dem ehemaligen Wohnhaus hat der gemeinnützige Träger Weltwissen Georgswerders erste Kita eröffnet. Seit dem 1. September werden hier Kinder von zurzeit drei Erziehern betreut, vergangene Woche wurde offiziell Eröffnung gefeiert.
Insgesamt bietet die neue Kita mit rund 300 Quadratmetern Fläche Platz für 20 Krippenkinder von ein bis drei Jahren und 25 Elementarkinder von drei bis sechs Jahren, erklärt Stephan Pohl, Geschäftsführer von Weltwissen. Doch warum gab es bisher nicht mehr Anmeldungen? „Bei den Eltern ist noch Scheu da. Die Baustelle hat wohl einige abgeschreckt“, vermutet Pohl. Die umfangreichen Arbeiten hatten länger gedauert, als geplant. Auflagen der Behörde bremsten den Umbau, zudem entpuppte sich das Gebäude als „Überraschungsei“, so Pohl (siehe Infokasten). Mittlerweile ist der Umbau fertig, zurzeit wird nur noch im großen Garten gearbeitet.
Pohl will eng mit der benachbarten Schule Rahmwerder Straße und der Elbinselschule zusammenarbeiten. „Wir übernehmen den Früh- und Spätdienst für die Schule“, sagt er. Zurzeit ist die Kita zwischen 8 und 16 Uhr geöffnet, langfristig soll sie morgens und nachmittags jeweils eine Stunde länger offen bleiben. Auch Kooperationen mit den Schulen im Bereich Sprache, Naturwissenschaften und Musik kann sich der Weltwissen-Geschäftsführer vorstellen. Zudem wolle man die verschiedenen Kulturen und Nationalitäten des Stadtteils integrieren. Ein Kind aus der benachbarten Sinti-Siedlung besuche die Kita bereits, erzählt Pohl erfreut.
Helga Schors vom Arbeitskreis Georgswerder freut sich über die Neueröffnung. „Das ist ein Beitrag zur Infrastruktur. Wir brauchen hier mindestens eine Kita“, sagt sie. Wichtig sei die neue Einrichtung auch deshalb, weil in Georgswerder weiterer Wohnungsbau geplant ist. Im Baugebiet Kirchenwiese sollen 170 Wohneinheiten entstehen, darunter 74 Reihenhäuser und 16 Doppelhaushälften. Damit wird sich die Zahl der zurzeit 1.700 Stadtteilbewohner stark erhöhen.

Umfangreicher Umbau, viele Auflagen
Bevor die Kita das Gebäude, das einem griechischen Ehepaar gehört, beziehen konnte, waren umfangreiche Arbeiten notwendig. Das ehemalige Wohnhaus wurde kernsaniert, energetisch auf den neusten Stand gebracht. Dabei stellten die behördlichen Auflagen die Architekten vor immer neue Herausforderungen. So mussten mehrere 14 Meter lange Pfähle in den Boden gerammt werden, um das neue Treppenhaus mit dem geforderten zusätzlichen Fluchtweg zu stützen. „Der Boden war nicht tragfähig genug für so ein Gebäude“, erklärt Architekt Jan-Erik Gerdt. Es sei auch aufwendiger als gedacht gewesen, das Wohnhaus mit einem kleinen Flachbau zu verbinden, der ebenfalls auf dem Grundstück steht. Durch die entstandenen Verzögerungen verlängerte sich die Bauzeit auf ein Jahr und die Kita konnte nicht wie geplant im Mai, sondern erst ein halbes Jahr später eröffnet werden.
Der Umbau kostete den Kita-Betreiber nach eigenen Angaben 470.000 Euro, 123.000 Euro schoss die Behörde aus dem Krippenausbauprogramm hinzu.
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