Erst bauen, dann genehmigen lassen?

Ärgern sich über einen – ihrer Meinung nach ungenehmigten – Parkplatz: Ronald Wilken (li.) und Manfred Schubert von der Linke-Fraktion im Regionalausschuss. Foto: cvs

Parkplatz am igs-Gebäude: Linke moniert fehlende Genehmigung für Fläche Am Inselpark

von Christopher v. Savigny

Droht der Internationalen Gartenschau (igs) neuer Parkplatz-Frust? Nach dem Wirbel um die geplante Stellfläche an der Dratelnstraße, für die eine biologisch wertvolle Feuchtwiese weichen musste, geht es nun um ein Areal neben dem igs-Gebäude an der Neuenfelder Straße. Dort hat die Gartenschau vor wenigen Wochen einen mit Grobschotter ausgelegten Parkplatz eingerichtet. 66 Fahrzeuge finden hier Platz, die Zufahrt erfolgt von der Straße „Am Inselpark“ aus.
Die Linke-Fraktion im Regionalausschuss wirft den Planern vor, sich nicht an die behördliche Reihenfolge gehalten zu haben. „Es wurde schon gebaut, bevor es überhaupt eine Genehmigung dafür gab“, kritisiert Ausschussmitglied Ronald Wilken. Dies sei bei der Gartenschau kein Einzelfall: Auch im Fall des Kleingartenvereins „Bei der Wollkämmerei“ seien die Bagger schon vor dem Bescheid des Bezirksamts angerückt. „Wir haben beschlossen, uns das nicht mehr bieten zu lassen“, sagt Wilken. In einem Antrag fordert die Linke „den ursprünglichen Zustand der als Parkplatz genutzten Fläche umgehend wieder herzustellen“.
Eingerichtet wurde der Parkplatz laut igs-Sprecherin Ina Heidemann, um das wilde Parken rund um das igs-Zentrum zu unterbinden. „Er soll unter anderem igs-Mitarbeitern und den Besuchern Internationalen Bauausstellung Parkmöglichkeiten bieten“, erklärt Heidemann. Auch für die Nutzer der Kleingärtenvereine „Bracksee“ und „Grüner Deich“ sei der Platz gedacht, da die bisherige Stellfläche für Schaugärten benötigt werde. „Aufgrund der Dringlichkeit wurde mit dem Bau begonnen und parallel der Bauantrag eingereicht“, bestätigt Heidemann den Vorwurf der Linken. Weitere Kritik wehrt die igs jedoch ab: „Grundsätzlich ist das nicht das übliche Verfahren“, versichert sie.
Während sich SPD und CDU im Ausschuss für den Parkplatz ausgesprochen hatten, stimmte – neben der Linken – auch die GAL dagegen: „Die Fläche liegt genau auf der Veloroute 11, die von Hamburg nach Harburg führt“, sagt Mathias Bölckow (GAL). „Jetzt muss man als Radfahrer die Georg-Wilhelm-Straße benutzen. Wie es mit der Veloroute weitergeht, ist völlig unklar.“
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Tanja Schröder aus Wilhelmsburg | 12.04.2012 | 19:10  
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