Ermöglicht die Bundesregierung eine Alternative zur Hafenquerspange?

Ergänzungstunnel für LKW durch den Köhlbrand und Tunnel von der Haupt-Hafenroute zur A252 und A1

Bisher hieß es, der Bund zahle nur Autobahnen. Jetzt erklärt die Bundesregierung sich auch zuständig für die Anbindung der Häfen an das Autobahnnetz. Macht das eine Ertüchtigung der Haupt-Hafenroute über eine neue Köhlbrandquerung anstelle einer neuen Autobahn A26-Ost möglich?

Der Senat hatte eine neue Autobahn A26-Ost - die Hafenquerspange - beantragt. Die Bundesregierung hat diese in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Jetzt muss der Bundestag über die Finanzierung entscheiden.

Kritik an der Autobahnplanung

Die geplante Autobahn quer durch Moorburg und Wilhelmsburg hat viel Kritik hervorgerufen, vom Bundesumweltamt, der IBA Hamburg, dem Verkehrsclub für Deutschland, dem BUND, dem NABU und vor allem Bewohnerinnen und Bewohnern der Elbinsel, wo 6000 Menschen in Kirchdorf von Lärm und Schadstoffen der Autobahn betroffen wären.
Die Autobahn wird begründet mit der Seehafenanbindung, hätte aber nur wenig Bedeutung für den Hafenverkehr, der schon seit 10 Jahren nicht mehr wächst.

Die Alternative: Ertüchtigung der Haupt-Hafenroute im Westen und Osten

Die "Lebensader des Hafens", so hat die Koalition von SPD und Grünen erklärt, ist die Haupthafenroute über die Köhlbrandbrücke und den Veddeler Damm. Diese hat zwei Schwachstellen: die Köhlbrandbrücke, die nur noch begrenzte Zeit den immer schwereren LKW gewachsen ist und die Aus- und Zufahrt mitten über die Veddel.
Die Alternative im Westen ist eine neue Köhlbrandbrücke oder ein Tunnel, am besten wohl ein ergänzender Tunnel für LKW, weil dann die Köhlbrandbrücke für PKW und dann auch Fahrräder noch viele Jahrzehnte erhalten bleiben kann.
Auch im Osten bietet sich ein Tunnel an, vom Veddeler Damm zur Anschlusstelle Georgswerder der B75/A252 , wie er bei der Olympiaplanung als machbar erklärt wurde. Dieser würde endlich die Veddel entlasten und auch ermöglichen, dass der Hafenverkehr nicht mehr durch die Harburger Chaussee fährt.

Einen Finanzierungsweg zeigt der jetzt veröffentlichte Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Fernstraßenausbaugesetzan: "Die deutschen See- und Binnenhäfen ...zählen nicht zu den Bundesverkehrswegen. Planung, Bau und Unterhaltung dieser Anlagen erfolgen durch Länder.... Der Bund ist jedoch zuständig für die Anbindung dieser Anlagen an das Netz", heißt es dort.

Dies gibt eine Verhandlungsmöglichkeit für Hamburg: Verzicht auf die A26-Ost und dafür Ertüchtigung der Haupt-Hafenroute durch eine neue Köhlbrandquerung und eine Tunnel-Anbindung an die B75 und über sie an die A1.

Hearing am 15.September

Dies wird ein Thema sein in einem Hearing mit den Bundestagsabgeordneten Hakverdi (SPD), Gundelach (CDU, angefragt) Sarrazin (Grüne) und van Aken (Linke) am 15. September 2016, 20 Uhr in der Aula Tor zur Welt, Krieterstraße. Dieser öffentliche "Pegelstand" wird durchgeführt von Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg e.V. und den Engagierten Wilhelmsburgern. Der Eintritt ist frei.
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1 Kommentar
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Jens Hardel aus Veddel | 25.08.2016 | 17:46  
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