Erfolgreich aufgemuckt

„Morgens sind immer alle Fensterscheiben beschlagen, so feucht ist es in den Wohnungen“, berichtet Yvonne Obermann. Den anderen Mietern gehts genauso, deshalb haben sie sich jetzt zusammengetan und fordern die Saga auf, die Gebäude endlich zu sanieren. Fotos: pit

Schimmel in den Wohnungen: Elf Mieter aus der Grotestraße haben der Wohnungsgesellschaft Saga eine Frist gesetzt - 2013 wird saniert

Den Mietern des Wohnblocks in der Grotestraße 5, 7 und 9 reichts. In 11 von 18 Wohnungen schimmelt es seit Jahren gewaltig, betroffen sind vor allem die Wände an der Außenfassade. Der Vermieter, die städtische Wohnungsgesellschaft Saga, weiß seit langem Bescheid, doch tut nichts dagegen. „Nur leere Versprechungen und kosmetische Maßnahmen, die nichts nützen“, ärgert sich Yvonne Obermann.
Was die 32-Jährige besonders erbost: Als sie vor wenigen Monaten einzog, waren alle Wände strahlend weiß. „Erst nach Vertragsunterzeichnung erfuhren wir vom Vormieter, dass fünf Räume von Schimmel befallen waren“, sagt sie. Als sie in der Küche die Tapete löste, sah sie schwarz - im wahrsten Sinne des Wortes: „Darunter alles verschimmelt.“
Eva Scholz (72) wohnt seit 1962 hier. Erst vor vier Wochen sei der Hausmeister wegen Schimmel bei ihr gewesen. „Der hat das nur übergepinsel“, erzählt die Rentnerin. Nachbar Riadh Larbi (23) ist im Sommer 2008 eingezogen, im Winter ging es los mit der Schimmelplage. „Im ersten Jahr sagte die Saga, wir würden falsch lüften, im zweiten Jahr haben wir den Mieterverein eingeschaltet.“ Was folgte, waren sinnlose Schimmel-Stop-Maßnahmen. Larbi: „Tapeten ab, Fungizid drauf und übertapeziert.“ Auch Mietminderungen hätten bislang nichts gebracht. „Die Saga verspricht seit Jahren, die Fassade zu sanieren, doch das ist nur Hinhaltetaktik“, ärgert er sich.
Ein Gutachter des Mietervereins hat inzwischen hohe Luftfeuchtigkeit und Tauwasserbildung bestätigt, die elf betroffenen Mieter haben der Saga deshalb eine Frist gesetzt: Fassadendämmung bis Oktober, sonst Mietminderung um 20 Prozent!
Wie reagiert die Saga auf die Drohung? Erstaunlich positiv: Man respektiere ausdrücklich, dass sich die Mieter zusammengetan haben, betont Saga-Sprecher Michael Ahrens. Die gute Nachricht: Die energetische Sanierung der Außenwände ist für 2013 fest eingeplant, aktuell werden Maßnahmen erarbeitet, ers-te Vorplanungen laufen. Die schlechte Nachricht: „Ein konkreter Zeitplan kann aufgrund der ungeklärten Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorgelegt werden“, so Ahrens. Die Saga räumt außerdem ein, dass der Modernisierungsbedarf an den Häusern schon länger bekannt sei, will aber nichts versprochen haben. „Eine definitive verbindliche Zusage ist nicht erfolgt“, so Ahrens.

Das macht die Saga:
Bei den Wohnungen in der Grotestraße 5, 7 und 9 (Baujahr 1960) plant die Saga für 2013 konkret eine energetische Sanierung der Gebäudehülle, die Erneuerung der Dacheindeckung Rinnen und Fallrohre, die Sanierung der Balkone, die Instandsetzung der Treppenhäuser und Eingangsbereiche, die Erneuerung der Außensiele sowie die Überarbeitung der Außenanlagen.
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5 Kommentare
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Moritz Krauß aus Wilhelmsburg | 06.03.2012 | 12:35  
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Yvonne Obermann aus Wilhelmsburg | 07.03.2012 | 12:34  
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 07.03.2012 | 18:27  
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Yvonne Obermann aus Wilhelmsburg | 07.03.2012 | 19:47  
269
Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 08.03.2012 | 15:20  
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