Engagiert für die Elbinsel

Frisch gebackene „Inselmütter“: Elternschulleiterin Birgit Trosien mit Mitarbeiterinnen und Absolventinnen. (Foto: Christopher von Savigny)

Wilhelmsburger Projekt „Inselmütter“ feiert vierten Jahrgang der freiwilligen Helferinnen

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Sie unterstützen bei Erziehungsproblemen, vermitteln Beratungsangebote und helfen, Sprachbarrieren zu überbrü-cken: Für viele Wilhelmsburger Familien mit ausländischen Wurzeln sind die „Inselmütter“, ein Kooperationsprojekt der Elternschule Wilhelmsburg und der Beruf und Integration Elbinseln GmbH (BI) unverzichtbar. An ihrem neuen Standort, dem Bildungszentrum „Tor zur Welt“ in der Krieterstraße, haben jetzt 13 junge Frauen ihr „Inselmütter-Zertifikat“ erhalten.
Über einen Zeitraum von zehn Wochen haben sie sich intensiv mit Erziehungsfragen und -problemen auseinandergesetzt, sie haben Beratungsstellen und Behörden ausgekundschaftet, und sind nun
bestens darauf vorbereitet, ausländischen Familien im Stadtteil mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. „Ich freue mich darauf, mit euch zu arbeiten“, sagte Elternschulleiterin Birgit Trosien anlässlich der Verleihung der Zertifikate.
Zum mittlerweile vierten Mal hat eine Gruppe von Frauen den Einführungskurs absolviert. Zusammen mit den frisch gekürten Absolventinnen hat das Projekt jetzt rund 25 Teilnehmerinnen. Alle Frauen arbeiten ehrenamtlich – gezahlt wird lediglich eine geringe Aufwandsentschädigung.
Eine der neuen Inselmütter ist Nagla Abdelgawad, die aus Ägypten stammt. „Ich ertrage es nicht, Familien zu sehen, denen es nicht gut geht“, erzählt sie. Schon seit zehn Jahren engagiert sich die alleinerziehende Mutter von vier Kindern für ihre ausländischen Mitbewohner. Bislang tut sie das privat und aus freien Stücken – jetzt ist sie bei den Inselmüttern eingestiegen, um noch besser helfen zu können. Neben ihrer Muttersprache Arabisch spricht sie Deutsch, Englisch und Portugiesisch, außerdem kann sie einen Uniabschluss in Jura vorweisen – alles Qualifikationen, die ihr als Inselmutter von Nutzen sein werden. „Wir wollen Wilhelmsburg zeigen, dass wir da sind“, sagt Abdelgawad stellvertretend für ihre Kolleginnen.
Seit etwa einem Jahr gibt es eine Kooperation mit dem Jugendamt, das regelmäßig Adressen von bedürftigen Familien an die Inselmütter weiterleitet. Finanziell unterstützt wird das Projekt unter anderem von der Bürgerstiftung Hamburg.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.