Energiebunker könnte viel mehr leisten

Sonnenkollektoren, Fotovoltaik und Biogas: Der Bunker an der Neuhöfer Straße ist ein Kraftwerk für erneuerbare Energien. Foto: cvs

Der Betonklotz läuft mit
„angezogener Handbremse“

Von Christopher v. Savigny.
Ein grauer Betonklotz als Strom- und Wärmelieferant: Seit gut drei Jahren ist der Wilhelmsburger Energiebunker nun in Betrieb – und so nach und nach breitet sich das Versorgungsnetz immer weiter aus. Nachdem in den ersten beiden Jahren hauptsächlich der Norden der Elbinsel mit „Nahwärme“ beliefert worden war, erstrecken sich die Leitungen inzwischen auch parallel zur Georg-Wilhelm-Straße in Richtung Wilhelmsburger Rathaus.
Hauptsächlich Wohnungsunternehmen wie Saga/GWG gehören zu den Kunden des städtischen Versorgers „Hamburg Energie“, aber auch einzelne öffentliche Gebäude und Einrichtungen wie Kitas oder das Haus der Jugend am Rotenhäuser Damm. Nach Auskunft des Unternehmens waren Ende letzten Jahres 1.650 Kunden angeschlossen. „Damit haben wir genau das Ziel erreicht, das wir uns gesteckt hatten“, sagt Firmensprecherin Anna Vietinghoff.

Kein Holzhackschnitzel-Blockheizkraftwerk

Allerdings hätte die Anlage deutlich mehr Potenzial: Derzeit liegt die Anschlussleistung bei sieben Megawatt – unter Ausnutzung aller Kapazitäten wären bis zu 14 Megawatt möglich. Aktuell sorgen eine Solarthermie- und eine Fotovoltaikanlage sowie ein Biogasheizkraftwerk für Strom und Wärme. Das ursprünglich geplante Holzhackschnitzel-Blockheizkraftwerk wurde bis heute nicht verwirklicht: „Für die derzeitige Anzahl der Abnehmer ist es zum jetzigen Stand noch nicht nötig, denn die Leistung der Anlagen reicht aus, um alle angeschlossenen Haushalte zu versorgen“, erklärt Vietinghoff. Dafür sei im letzten Jahr ein weiteres Biogasheizkraftwerk hinzugekommen.
Ein Problem der Fern- und Nahwärme liegt in ihrer aufwendigen Erschließung: Bis entsprechende Leitungen gelegt sind, vergehen Monate und Jahre, was nicht zuletzt mit bürokratischen Hürden zu tun hat. Aufgrund der aktuell niedrigen Erdgaspreise will kaum jemand umsteigen.
Die Leistung des Energiebunkers soll in diesem Jahr um ein weiteres Megawatt gesteigert werden.
Laut Planung werden ausschließlich Gewerbebetriebe angeschlossen.

Wo liegen
Umstiegshürden?

Nicht jeder, der Energie vom Bunker beziehen möchte, kann das auch. Manchmal scheitern solche Überlegungen auch an bestehenden Verträgen. „Wir gehören zum Norddeutschen Verbund der Wohnungsbaugenossenschaften und können das nicht alleine entscheiden“, sagt Ines Wessel-Schmidt vom Bauverein Reiherstieg, der nicht zu den Kunden von Hamburg Energie gehört.
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