Endlich wieder: Störche brüten am Elbdeich

Seit Muttertag brütet ein Weißstorchpaar auf dem Horst am Moorwerder Hauptdeich. Damit gibt es im Hamburger Süden nun drei Storchenpaare, eines in Moorwerder und zwei im Bezirk Harburg, am Großmoordamm und auf den Neuländer Wiesen. (Foto: www.brodowski-fotografie.de)

Wilhelmsburger Osten: Ausweisung als Landschaftsschutzgebiet lässt auf sich warten – Naturschützer besorgt

Acht lange Jahre musste Wilhelmsburg ohne Störche auskommen, doch jetzt brütet endlich wieder ein Storchenpaar auf der Elbinsel! „Die langen, strengen Winter der vergangenen Jahre haben die Tiere vertrieben“, erklärt Naturschützer Harald Köpke. Die Störche hätten nicht genug Futter finden können, einige seien sogar verhungert. Jetzt aber könnte es klappen mit dem Nachwuchs. Neben der guten Nachricht gibt es leider eine schlechte: Das Gebiet ist immer noch nicht – wie angekündigt – als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.
Insgesamt drei Nisthilfen hat der Naturschutzbund BUND im Wilhelmsburger Osten aufgestellt: Im Horst am Jakobsberg hat sich statt eines Storchs eine Nilgans breitgemacht, der Horst an den Kirchdorfer Wiesen war wahrscheinlich zu neu und steht deshalb leer – aber die Nisthilfe am Ellerholz, direkt neben dem Schäfer am Moorwerder Hauptdeich, hat den Weißstörchen offenbar gefallen. Wenn alles gut geht, könnten die Jungen Anfang Juni schlüpfen. „Vom Deich aus kann man die Störche gut erkennen“, freut sich Köpke.
Ein ausgewachsener Storch  benötigt pro Tag ungefähr 16 Mäuse oder 700 Regenwürmer. Muss er außerdem noch eine Familie mit zwei Jungen ernähren, ist er lange unterwegs, um die benötigte Nahrung zu suchen. Deshalb ist der grüne Wilhelmsburger Osten so wichtig für die Tiere. Die 740 Hektar große Fläche an der Elbe sollte längst als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen sein. Doch obwohl die mit der Wirtschaftsbehörde abgestimmte Schutzgebietsverordnung fertig in der Schublade liegt, lässt die Bestätigung des Senats nun auf sich warten. Umweltsenatorin Jutta Blankau hatte noch im Januar zugesichert, die Pläne zur Eröffnung der Gartenschau umzusetzen. Das ist nicht geschehen.
Unter Naturschützern kursieren bereits Gerüchte: Will die Stadt die Grünflächen lieber für Logistik freihalten? „Warum hat der Senat dieses schöne Vorhaben immer noch nicht in die Tat umgesetzt?“, wundert sich etwa Horst Bertram, 2. Vorsitzender des Botanischen Vereins Hamburg. Und BUND-Chef Manfred Braasch mahnt: „Die Verordnung ist mit allen Ressorts mühsam abgestimmt, jede weitere Verzögerung spielt den Gegnern einer Ausweisung in die Hände.“
Die Nachfrage an die Umweltbehörde, wann das Landschaftsschutzgebiet denn nun offiziell bestätigt wird, blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet.
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