Endlich Tempo 30 im Siedenfelder Weg

Janina Lanza freut sich, dass in ihrer Straße nun nicht mehr gerast wird. Die Verkehrsinseln hat die Polizei Ende Oktober aufgestellt.

Autofahrer aufgepasst: In der 30er Zone gilt jetzt rechts vor links

Raser haben hier schlechte Karten: Im Siedenfelder Weg gilt endlich Tempo 30. „Wir freuen uns total darüber“, sagt Janina Lanza glücklich. Vergangenen Sommer hatte sich die Anwohnerin mit rund 20 Nachbarn dafür stark gemacht, dass der Verkehr in der Straße beruhigt werde, wie das Wochenblatt damals berichtete. „Es wurde wirklich schlimm gerast. Manche sind hier mit 80 bis 100 Sachen durchgebrettert“, erzählt Lanza. Die zweifache Mutter und ihre Nachbarn machten sich Sorgen um ihren Nachwuchs, denn auch am Straßenrand spielende Kinder hielten viele Autofahrer nicht vom Rasen ab. Jetzt sei es deutlich ruhiger, freut sich Lanza.
Auf die neue Tempo-30-Zone informiert jeweils ein Schild am Anfang und am Ende der Straße. Doch das reicht nicht, weiß Ingo Schwarz von der Straßenverkehrsbehörde in Wilhelmsburg. „Wir müssen Autofahrern mit verkehrsberuhigenden Maßnahmen vermitteln, dass sie langsamer als 50 fahren müssen“, erklärt der Polizist. Deshalb habe man in der langen und schnurgeraden Straße neun Verkehrsinseln aufgestellt, die den Verkehr abbremsen. Die Kosten von insgesamt 21.000 Euro trägt der Bezirk Mitte. Der Siedenfelder Weg ist eine von 26 Straßen im Bezirk, die laut einer Empfehlung des Senats zu Tempo-30-Zonen umgewandelt werden sollten.
Mit der Einrichtung der 30er Zone hat der Siedenfelder Weg zudem seinen Status als Vorfahrtsstraße verloren. Daran, dass hier nun rechts vor links gilt, haben sich noch nicht alle Autofahrer gewöhnt. „Ich beobachte sehr oft, dass nicht nach rechts geschaut wird, sondern geradeaus“, sagt ein Anwohner aus der Straße Dorfanger, die in den Siedenfelder Weg mündet. Daran ändert offenbar auch das Warnschild nichts, das an den meisten Einmündungen auf die geänderten Vorfahrtsregeln aufmerksam macht. „Das Phänomen haben wir immer, wenn es eine Verkehrsänderung gibt“ sagt Ingo Schwarz und fügt beruhigend hinzu: „In der Regel spricht nach einem halben Jahr keiner mehr darüber.“ Seine Kollegen und er wollen die Situation in der Straße im Auge behalten. Unfälle habe es glücklicherweise bisher nicht gegeben.
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