Endlich saubere Spielplätze

Der in Kirchdorf aufgewachsene Pierre Springer (21) chillt gerne am Finkenrieter Strand. (Foto: Steffen Kozieraz)

Aus der Reihe: Wilhelmsburger erzählen, wie es sich hier leben lässt

von St. Kozieraz, Wilhelmsburg
Pierre Springer geht es gut in Wilhelmsburg. Zusammen mit Söhnchen Lyon (2) und seiner Ex-Freundin, der Mutter von Lyon, lässt er sich am Finkenrieter Elbstrand die Sonne auf den Bauch scheinen. „Alles super hier!“, sagt der 21-Jährige und meint damit nicht nur den idyllischen Strand, sondern die ganze Elbinsel. „Gerade jetzt, wo alles schön gemacht wird wegen Gartenschau und Bauausstellung.“
So freut er sich schon auf das neue Schwimmbad und die sanierten Spielplätze am Modellteich, der Leipeltstraße und an der Georg-Wilhelm-Straße. „Vor zwei Jahren konntest du hier auf keinen Spielplatz gehen, so versifft und verkommen waren die,“ erzählt der waschechte Kirchdorfer, der sich von den Ausstellungen viele Touristen und dadurch neue Arbeitsplätze erhofft. Doch mischen sich bei dem gelernten Koch, der gerade einen Arbeitsplatz in Wilhelmsburg sucht, auch Befürchtungen unter die positiven Erwartungen bezüglich igs und IBA. So werde wohl vieles, was jetzt für den Stadtteil entsteht, nach den Ausstellungen wieder vergessen, mutmaßt er und nennt Beispiele: „Da wird eine tolle, wirklich sinnvolle Brücke über die Reichsstraße gebaut. Doch soll die nach der Ausstellung wieder abgerissen werden! Und bei den Blumen kannst du dir sicher sein, dass die alle geklaut werden, sobald keiner mehr drauf aufpasst!“
Auch dass Anwohner für den neuen Abenteuerspielplatz auf dem igs-Gelände Eintritt zahlen sollen, ist für den jungen Familienvater ein Unding. Woran es seiner Meinung nach im Stadtteil fehlt, sind Treffpunkte für Jugendliche. Das Haus der Jugend, wo seinem Anschein nach teils „Jugendliche rumsitzen, die Drogen nehmen“, könne diese Nachfrage wohl kaum decken. Für ihn gab es früher die Jugendgruppe der evangelischen Kirche. Doch wurde die vor drei Jahren aufgelöst.
Trotz sozialer Probleme und der unschönen Tatsache, dass „Leute vor dem Marktkauf sitzen und den ganzen Tag Öttinger saufen,“ möchte der Kirchdorfer ein lästiges Wilhelmsburg-Vorurteil entkräften: „Ich habe hier noch nie Probleme mit irgendwelchen Leuten gehabt. Zumindest untereinander kommen wir gut miteinander aus!“
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