Endlich ist die Post da! Nur ist sie für die Nachbarn...

Diesen Haufen Briefe für ihre Nachbarn fand Tanja Schölling in ihrem eigenen Briefkasten – die Post holte die falsch zugestellten Sendungen wochenlang nicht ab.

Wilhelmsburgerin fischt 18 Briefe für die ganze Straße aus ihrem Briefkasten

Die Nummer der Kundenhotline der Post habe sie in den vergangenen Monaten mindestens zehn Mal gewählt, erzählt Tanja Schölling. Weil erwartete Briefe nicht kamen, weil sie tagelang auf abonnierte Magazine wartete und weil zuletzt ein USB-Stick aus einem gepolsterten Umschlag verschwunden war. „Meine Post kommt entweder gar nicht, oder viel später an. Das geht gar nicht! Bei Briefen bin ich doch auf die Post angewiesen“, sagt die Wilhelmsburgerin frustriert. Trotz ihrer Beschwerden bessert sich die Situation nicht. Richtig sauer wird Schölling schließlich, als ihr Briefkasten Anfang Dezember plötzlich vor Briefen überquillt.

Post holt Briefe
wochenlang nicht ab

Denn nur zwei davon sind für sie! Alle anderen sind an Nachbarn aus ihrer Straße „Zur guten Hoffnung“ und einer Parallelstraße adressiert.
„Soll ich jetzt die Post austragen? Ist das Briefgeheimnis denn gar nichts mehr wert“, fragt sich die 43-Jährige und wählt wütend die altbekannte Telefonnummer. Sie fordert, dass die Briefe umgehend abgeholt werden. Schließlich enthalten viele von ihnen – den Absendern nach zu urteilen – persönliche Daten, darunter eine BahnCard, Versicherungsinformationen und eine Gehaltsabrechung mit dem Aufdruck „persönlich/Personal“.
Dennoch rührt sich die Post wochenlang nicht. „Ich habe mehrfach angerufen. Es hieß immer nur, der Vorgesetzte kommt vorbei“, berichtet Schölling. Als das Wochenblatt schließlich nachhakt, geht alles ganz schnell. Wenige Stunden später holt ein Postbote die Briefe ab. Doch wie kam es überhaupt dazu, dass die fremde Post in Schöllings Briefkasten landete? „Das darf nicht passieren. Ein Mitarbeiter hat an dem Tag Fehler gemacht“, gibt Matthias Grundler, Sprecher der Deutschen Post, zu. Es habe sich um eine befristete Kraft gehandelt, deren Vertrag nicht verlängert werde. Warum die vielen Briefe wochenlang bei Schölling liegen blieben, kann Grundler jedoch nicht erklären.
Grundsätzlich sei es im Laufe des vergangenen Jahres in Schöllings Nachbarschaft zu Unregelmäßigkeiten gekommen, weil der Stammzusteller krankheitsbedingt ausgefallen war und Vertreter im Einsatz waren, so der Sprecher weiter. Aufgrund hoher Sendungsmengen sei es nicht auszuschließen, dass es dann zu Fehlern kam. „Dies bedauern wir und bitten um Entschuldigung“, sagt Grundler.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
8
Wilhelmsburgerin Hamburg aus Wilhelmsburg | 07.01.2015 | 14:12  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.