Elbinseln gehen doch nicht leer aus

Zwei Zierkirschen haben bald ein neues Zuhause in der Fährstraße vor den Hausnummern 58 und 60. Foto: co
Hamburg: Wilhelmsburg |

Spendenaktion „Mein Baum – Meine Stadt“ bringt 78 neue Bäume nach Wilhelmsburg und auf die Veddel

Im Prinzip war es denkbar einfach, die Hamburger an der Stadtbegrünung teilhaben zu lassen. Bei der Spendenaktion „Mein Baum – Meine Stadt“ kann für bestehende Baumlücken gespendet werden. Sind 500 Euro beisammen, legt die Stadt dieselbe Summe obendrauf und pflanzt damit einen neuen Baum. Nur sah es bislang so aus, als würden die ärmeren Stadtteile dabei leer ausgehen – wie etwa Wilhelmsburg.
Dem ist nicht so. „Alle Lücken können geschlossen werden“, sagt Volker Dumann, Sprecher der Hamburger Umweltbehörde. 55 Bäume sind für Wilhelmsburg, 23 für die Veddel vorgesehen, davon sind 22 beziehungsweise 4 gespendet worden – der Rest speist sich aus den insgesamt 2011 versprochenen Neupflanzungen des Senats. Ulrike Fredrichs aus Kirchdorf freut’s: „Super! Gerade das viele Grün macht Hamburg doch aus“, sagt die 28-Jährige.
Dass im reichen Othmarschen etwa alle Bäume durch Spenden finanziert werden, verwundert wenig – nur fünf Stück müssen neu gepflanzt werden. Das ebenfalls nicht am Hungertuch nagende Winterhude steht in der Bilanz gar hinter der Elbinsel: gerade einmal 23 von 64 Lücken werden über Spenden geschlossen. In Neuwiedenthal wiederum sind nur 11 von 76 Bäumen gespendet. „Da kommen aber noch 20 von der Deutschen Bahn dazu“, sagt Dumann. Diese hatte versprochen, 20.000 Euro für die Aktion zu spenden, wenn mehr als 20.000 Menschen den Zug der Ideen besuchen.
Manch einer ist über die Aktion „Mein Baum – Meine Stadt“ empört, schließlich fielen der IGS unzählige Bäume zum Opfer. Darauf angesprochen bleibt Volker Dumann ruhig: „Jeder gefällte IGS-Baum wird biologisch ersetzt.“ Das heißt, für besonders große Exemplare werden entsprechend viele neu gesetzt. „Und bei den Spendenbäumen handelt es sich ausschließlich um Straßenbäume“ fährt Dumann fort, „nicht um welche in Parklandschaften wie bei der IGS.“ Hamburgs Straßenbäume sind gut dokumentiert, sie bestimmen nicht nur das Stadtbild, sondern bergen bei Erkrankungen oder Beschädigungen auch ein Sicherheitsrisiko. Dumann: „Daher kennen wir fast alle der 245.000 beim Vornamen.“
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