Elbinseln bekommen drei neue Flüchtlingsheime

Am Kurdamm tut sich was: Vergangene Woche hob ein Kran die ersten Container von mehreren Lkw auf die vorbereitete Fläche.
 
Insgesamt werden am Kurdamm fünf zweistöckige Blöcke aus insgesamt 120 Containern errichtet.

Am Kurdamm, in der Sanitasstraße und auf dem Veddeler Park+Ride-Gelände entstehen neue Unterkünfte

Immer mehr Flüchtlinge strömen nach Hamburg. In diesem Jahr müssen voraussichtlich 5.400 Asylbewerber untergebracht werden, allein im ersten Halbjahr waren es rund 2.300. Zurzeit schlafen viele Flüchtlinge in Zelten, es mangelt akut an Unterkünften. Um den Menschen im Winter ein Dach über dem Kopf bieten zu können, machen die Sozial- und Innenbehörden jetzt Nägel mit Köpfen: Sie planen kurzfristig 5.000 neue Plätze zu schaffen – etwa 900 davon auf den Elbinseln. Hier werden zwei neue Unterkünfte für die Erstaufnahme eingerichtet (siehe Bericht Titelseite). Zudem wird es zwei neue Heime für die Folgeunterbringung geben, und ein seit langem geplantes Containerdorf wird endlich errichtet.
Baustart am Kurdamm:
Mit mehr als sechs Monaten Verspätung werden zurzeit auf dem Gelände der ehemaligen Sprachheilschule am Kurdamm die ersten Container aufgestellt. Eigentlich hätte die Unterkunft schon im März fertig sein sollen, doch eine unvorhergesehene Kampfmitteluntersuchung, das nötige Abtragen der obersten Bodenschicht und Baumfällungen hatten zu der Verzögerung geführt, so die Sozialbehörde. Ende Oktober soll das Containerdorf fertig sein, Anfang November werden seine 126 Bewohner einziehen. Nach maximal drei Jahren wird alles abgebaut, dann sollen hier Wohnungen gebaut werden. Bevor das Containerdorf fertig ist, plant die Behörde, das alte Schulgebäude kurzfristig als Unterkunft zu nutzen.
Flüchtlingsunterkunft mitten im Reiherstiegviertel:
Die Fläche in der Sanitasstraße gegenüber der Künstler-Community ist seit Monaten im Gespräch. Bisher fehlte eine Baugenehmigung. Nach aktuellen Planungen werden hier im zweiten Quartal nächsten Jahres 132 Menschen einziehen, die aus ihren Heimatländern fliehen mussten. Sie werden in Modulhäusern untergebracht, die fünf Jahre lang in dem Gewerbegebiet stehen bleiben können.
Containerdorf auf dem Veddeler Park+Ride-Gelände:
Vor kurzem erst wurden die Parkplätze kostenpflichtig, jetzt soll auf einem Teil davon ein Containerdorf für 80 bis 120 Flüchtlinge entstehen. Diese Fläche wurde aufgrund der „aktuelle Notlage“ gewählt, so die Sozialbehörde. Hier werden etwa 50 Container aufgestellt.


Hilfe statt Protest
Angesichts der neuen Flüchtlingsunterkünfte rechnet der Veddeler Klaus Lübke (SPD) mit einer Welle der Hilfsbereitschaft statt mit Protest. Schließlich sei man gewohnt, „mit Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammenzuleben“. Doch die Elbinseln bräuchten jetzt Unterstützung: „Ich erwarte vom Senat substanzielle Hilfe für die Schulen auf den Elbinseln bei der Beschulung der Flüchtlingskinder. Dort werden mehr und speziell geschulte Lehrer benötigt“, sagt Lübke.
Im Reiherstiegviertel bilden sich zurzeit Unterstützergruppen. Bei der letzten Sitzung des Sanierungsbeirats haben mehrere Personen angeboten, die zukünftigen Bewohner der Unterkunft in der Sanitasstraße zu unterstützen. Anwohner des Containerdorfes am Kurdamm haben schon vor Monaten signalisiert, dass sie helfen wollen, die neuen Nachbarn im Stadtteil zu integrieren.
Lutz Cassel, Vorsitzender des Beirats für Stadtteilentwick-lung, freut sich über die Reaktionen der Elbinsulaner angesichts der brisanten Lage. „Es gibt so gut wie keinen Widerstand und das ist auch gut so“, sagt er.


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