Eklig: Männer, die spucken

Als waschechte Elbinsulanerin fühlt sich Ricarda Krieger wohl auf den Straßen von Wilhelmsburg. Hier trifft sie viele Freunde und Bekannte und hält gerne mal einen Klönschnack. Foto: sk

Aus der Reihe: Wilhelmsburger erzählen, wie es sich hier leben lässt

von Steffen Kozieraz

Ihre Arbeit in einem Kirchdorfer Friseursalon lässt Ricarda Krieger genug Zeit, um nebenbei über ihr Leben auf der Elbinsel zu erzählen. Während ein Kollege ihr noch zuruft, jetzt könne sie ordentlich Dampf ablassen, äußert sich die 22-Jährige zunächst vorsichtig und diplomatisch über ihre Heimat. „Man findet immer Ecken, wo man sich wohlfühlen kann,“ sagt sie.
Etwa am Aßmannkanal und im Biergarten „Zum Anleger“, wo sie gerne die schöne Atmosphäre genießt. Doch was befindet sich zwischen Ricardas Wohlfühlecken? Plätze, an denen sie nicht verweilen mag, so wie leider auch der Gehsteig vor ihrem Hauseingang am Stübenplatz. Dort wirds eklig: „Ständig sitzen Männer vor meinem Haus und spucken zerkaute Kerne auf den Boden. Und manche pinkeln da einfach hin,“ empört sich die alleinerziehende Mutter. Den Wochenmarkt am Stübenplatz findet sie „noch ganz in Ordnung“, auch wenn zunehmend Wühltische das Bild prägen. Auf der Veddel und in Wilhelmsburg aufgewachsen, kennt Ricarda Krieger den Wursthändler schon, seit sie zwei Jahre alt ist.
Den belebten Stübenplatz mag sie sehr. „Ich habe hier alles, was ich brauche, kenne viele Leute und mag das kleinstädtische Flair,“ erklärt die junge Frau ihre Treue zum Stadtteil. „Ich finde auch gut, dass sie versuchen, Wilhelmsburg aufzuhübschen, beispielsweise den Park der internationalen Gartenschau,“ sagt Ricarda Krieger und hofft, dass das auch nach der Ausstellung eine hübsche Ecken zum Spazieren bleibt. Mit der Bauausstsellung verbindet die Friseurin eine positive Entwicklung der Einwohnerschaft im Stadtteil: „Ich bin zuversichtlich, dass damit das Publikum besser wird. Es ziehen ja jetzt schon viele Studenten hierher.“
Einen Kritikpunkt muss sie als Mutter einer vierjährigen Tochter aber noch loswerden: „Es gibt einen wirklich schönen Spielplatz in der Sanitasstraße. Der ist aber total überfüllt, weil es der einzige in der Gegend ist.“ Jetzt, wo so viel gebaut wird, sollte doch auch mal ein neuer, großer Spielplatz entstehen, findet Ricarda Krieger.
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3 Kommentare
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Lothar Jakob aus Wilhelmsburg | 25.04.2012 | 11:50  
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Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 26.04.2012 | 10:55  
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harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 26.04.2012 | 18:01  
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