Eingeweiht: Fünf auf einen Streich

Bürgermeister Olaf Scholz (r.) und Bezirks-Chef Andy Grote kamen zur Einweihung des Gertrud-von Thaden-Platzes vor der neuen Umweltbehörde.

Eingeweiht: Fünf auf einen Streich

Zu einem wahren Benennungsmarathon trafen sich vergangene Woche Politiker, Behördenmitarbeiter und Anwohner in Wilhelmsburgs neuer Mitte. Auf dem Programm stand die Einweihung der fertiggestellten S-Bahnbrücke sowie die Benennung zweier Plätze, eines Kanals und eines Schiffsanlegers. Mit dabei: Bürgermeister Olaf Scholz.
Erste Station des Rundgangs: die pompöse Brücke über den Gleisen an der Neuenfelder Straße, die von nun an Muharrem-Acar-Brücke heißt. Olaf Scholz erinnerte an den 2009 verstorbenen Namensgeber, der im Alter von 14 Jahren als türkischer Einwanderer nach Hamburg kam. Scholz: „Muharrem Acar ist selbst ein Brückenbauer gewesen.“ Er gründete eine Familie, nahm die deutsche Staatsbürgerschaft an, engagierte sich gewerkschaftlich im Betriebsrat und wurde ehrenamtlicher Arbeitsrichter. „Der Senat würdigt Muharrem Acar, der stellvertretend und beispielhaft für eine ganze Generation türkischer Einwanderer steht, die sich in Deutschland integriert und engagiert haben“, so Scholz. Der Wilhelmsburger Bürgerschaftsabgeordnete Metin Hakverdi (SPD) hob noch hervor, dass sich die Fraktionen bezüglich der Namensgebung parteiübergreifend einig gewesen seien. „Das ist ja nicht immer so“, betonte Hakverdi.
Die Muharrem-Acar-Brücke führt von der S-Bahn zum Neubau der Umweltbehörde. Der Platz davor wurde in Gertrud-von-Thaden-Platz benannt, nach der Ehefrau des Herausgebers der Wilhelmsburger Zeitung Willi Thaden. Nach dem Tod ihres Mannes führte sie die Geschäfte des Verlages bis 1981 fort und engagierte sich im kulturellen und öffentlichen Leben in Wilhelmsburg.
Am Inselpark, neben den Water Houses, wurden der Kurt-Emmerich-Platz und der Elsa-Bromeis-Kanal eingeweiht. Bromeis war 1935 schnellste deutsche Kanutin mit Meistertitel, Emmerich ein bekannter Sportreporter mit unverwechselbarer Stimme.
Der Schiffsanleger am Bürgerhaus-See wurde nach einer Wilhelmsburgerin benannt und trägt jetzt den klingenden Namen Ursula-Falke-Terrassen. Falke hat sich in vieler Weise um den Stadtteil verdient gemacht: als Kirchenvorstand in St. Raphael, Mitinitiatorin der Wilhelmsburger Tafel und im Vorstand des Heimatkundevereins.
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