Eine Waldorfschule für die Elbinsel – ohne Schulgeld

Will die Waldorfpädagogik auf die Elbinsel bringen: Christiane Leiste, Projektleiterin der Interkulturellen Waldorfschule Wilhelmsburg. Foto: M. Mehden

Gründung für Sommer 2013 geplant – staatliche Förderung in Aussicht

von Christopher v. Savigny

Einen Waldorfkindergarten in Wilhelmsburg gibt es schon. Nun soll auch eine Waldorfschule dazu kommen. „Vielen Eltern ist es wichtig, dass ihre Kinder auch nach der Zeit im Kindergarten waldorfpädagogisch erzogen und gebildet werden“, sagt Christiane Leiste, Pädagogin und Projektleiterin für die „Interkulturelle Waldorfschule Wilhelmsburg“. Derzeit laufen Verhandlungen der Landesarbeitsgemeinschaft der Rudolf-Steiner-Schulen Hamburg mit der Schulbehörde (BSB), die Schulgründung ist für Sommer 2013 geplant – ein passendes Gebäude ist allerdings noch nicht gefunden.
Es wäre nach Harburg, Bergedorf, Bergstedt, Wandsbek, Altona, Nienstedten und dem Schanzenviertel die achte Waldorfschule in der Hansestadt – und die erste unter staatlicher Führung. Für Eltern hätte dies in ers-ter Linie die erfreuliche Konsequenz, dass sie kein Schulgeld bezahlen müssten. „Der Vorschlag der Behörde, die Trägerschaft zu übernehmen, ist uns natürlich sehr entgegengekommen“, berichtet Leiste. „Denn wir wollen zeigen, dass Waldorfpädagogik auch in sozial schwachen Stadtteilen möglich ist.“
Nun soll es im Herbst nächs-ten Jahres mit den ersten ABC-Schützen losgehen, in den darauf folgenden Jahren sollen die Klassen nach und nach bis Jahrgangstufe 13 „hochwachsen“. Gemäß der Waldorfpädagogik Rudolf Steiners gibt es ein vergleichsweise großes Angebot an handwerklich-künstlerischen Fächern, dazu kommen Sport und Eurythmie (Ausdruckstanz). Noten sind bis Klasse 9 nicht vorgesehen, stattdessen gibt es eine schriftliche Leistungsbewertung. Bereits in Klasse 1 beginnt der Englischunterricht. „Da viele Kinder in Wilhelmsburg ausländische Wurzeln haben, wollen wir zusätzlich die Sprache des jeweiligen Ursprungslandes als Fach anbieten. Das könnte zum Beispiel Türkisch oder Russisch sein“, sagt Leis-te.
Zu den Verhandlungen will die BSB derzeit nichts sagen. „Der Inhalt der Gespräche ist vertraulich“, sagt Behördensprecher Peter Albrecht und verweist auf das Hamburger Schulgesetz (HmbSG), nach dem alle Antragsteller die gleichen Bedingungen zu erfüllen haben. Unter anderem müssten die Bildungsziele der Einrichtung mit dem HmbSG in Einklang stehen und es müsse für die wirtschaftliche und rechtliche Sicherheit der Lehrkräfte gesorgt sein, so Albrecht.
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