Einbruchsserie in Georgswerder

Auch dieses weiße Tor der Firma Homfeld Elektro Technik wurde schon aufgebrochen. Davor stehen Mario Schultz, Uwe Spahl, Peter und Oliver Riege (v.l.), Firmenchefs vom Niedergeorgswerder Deich. „Wir fühlen uns von der Polizei vernachlässigt“, sagen sie.

Betroffene Unternehmer fühlen sich von Polizei vernachlässigt

Jetzt reichts! Die Chefs von drei mittelständischen Betrieben in Georgswerder haben die Nase voll. „Wir sind ja schon dran gewöhnt, dass hier häufig eingebrochen wird“, sagt Uwe Spahl von Homfeld Elektro Technik. Doch in den letzten Wochen habe es eine regelrechte Explosion von Diebstählen gegeben. „Die Polizei ist uns keine Hilfe“, klagt der Elektromeister. Inzwischen denke er sogar darüber nach, den Firmensitz zu verlagern.
Geklaut werden vor allem Arbeitsgeräte, schwere Maschinen und teures Werkzeug. Früher wurden die Sachen direkt aus den Autos heraus gestohlen, doch seit die Arbeitsgeräte im Lager aufbewahrt würden, werde eben das Lager aufgebrochen. „Gerade erst ist mir Kupferkabel im Wert von 10.000 Euro aus dem Lager entwendet worden“, so Spahl frustiert. Oliver Riege, Inhaber des Gasthofs Kupferkrug, laufen bereits die Hotelgäste weg. „Bei uns übernachten viele Monteure, denen werden die Autos aufgebrochen und Werkzeug und Messgeräte entwendet“, berichtet er. Pro Monat gebe es gut und gerne 20 Aufbrüche, sagt Seniorchef Peter Riege. Der Schaden allein aus den letzten Tagen: rund 60.000 Euro. Bei Auto Schultz wurde gerade ein Container mit Wertstoffen aufgebrochen. „Kupfer, Aluminium und Schrott, alles weg“, so Firmenchef Mario Schultz. Auch zehn Satz Winterreifen hätten die Diebe mitgehen lassen.
Inzwischen haben die Firmenchef bereits Probleme mit den Versicherungen, die nicht mehr zahlen wollen. „Und die Polizei lässt uns auch im Stich“, klagen sie. Ab und zu fahre ein Streifenwagen vorbei, das sei alles. Spahl wünscht sich, dass die Polizei intensiver nach den Tätern fahndet. Immerhin gebe es mittlerweile sogar ein Video vom letzten Einbruch: Ein gut erkennbarer junger Mann dringt in die Garage ein, zerstört seelenruhig die Alarmanlage, springt dabei auf dem nagelneuen Transporter herum und geht anschließend auf Diebestour – alles aufgezeichnet von der Überwachungskamera. „Wir fühlen uns von der Polizei vernachlässigt“, so Spahl. „Radarfallen stellen die hier dauernd auf, aber eine vierwöchige Überwachung ist nicht drin“, kritisiert er.

Für die Polizei ist Georgswerder kein Brennpunkt in Sachen Einbruchs- oder Diebstahlskriminalität. Allerdings habe es am Niedergeorgswerder Deich in den letzten sechs Wochen eine Häufung von Diebstählen gegeben. „Zuletzt wurden dort am 15. August Fahrzeuge aufgebrochen, die Fahrer waren überwiegend Monteure“, bestätigt Polizeisprecher Holger Vehren. „Bislang sind keine Hinweise eingegangen, die der Tataufklärung gedient hätten.“ Über konkrete Maßnahmen gegen die Einbrecher oder auch zur Auswertung des Videofilms hüllt sich die Polizei in Schweigen. „Das betrifft taktische Bereiche, zu denen wir grundsätzlich keine Angaben machen“, so Vehren. „Ich kann aber versichern, dass wir dort Maßnahmen treffen“, betont der Polizeisprecher. Die noch nicht abgeschlossenen Ermittlungen haben bislang noch nicht zu einer Identifizierung des oder der Täter geführt.
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Rudolf Lessing aus Wilhelmsburg | 29.12.2012 | 03:33  
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