Ein Stolperstein für Rudolf Mokry

Florian Wiegers von der „Initiative für ein sozialeres Wilhelmsburg“ (r.) und Marco Moreno von „2 gegen den Strom“ am frisch verlegten Stolperstein. Am Donnerstag, 20. Juni, laden sie zu einem Abend für Rudolf Mokry.

Gedenkveranstaltung für Wilhelmsburger Widerstandskämpfer

Das Reiherstiegviertel hat einen neuen Stolperstein: Am 1. Juni verlegte Künstler Gunter Demnig einen Gedenkstein für Rudolf Mokry vor dessen ehemaligen Wohnhaus im Otterhaken 5. Der Wilhelmsburger Schlosser, Kommunist und Ju-Jutsu-Sportler hatte in den 30er Jahren mit Jugendlichen eine Widerstandsgruppe aufgebaut und den jungen Leuten Kampfsporttechniken beigebracht, damit sie sich gegen Übergriffe der Nazi-Schergen wehren konnten. Mokry wurde 1937 wegen Hochverrats verurteilt und 1944 im KZ Sachsenhausen ermordet.
Schon seit 1995 erinnert Gunter Demnig mit seinem Stolperstein-Projekt an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Die Gedenksteine, auf denen die Lebensdaten der Opfer eingraviert sind, werden vor deren früheren Wohnorten verlegt. Über 4.000 Stolpersteine liegen inzwischen allein in Hamburg, insgesamt sind es über 34.000.
Dass nun auch vor dem ehemaligen Wohnhaus Mokrys ein Gedenkstein liegt, ist dem Engagement einer Hand voll Mitglieder des Vereins „Initiative für ein soziales Wilhelmsburg“ zu verdanken. In monatelanger Kleinstarbeit haben die Wilhelmsburger den Lebensweg Mokrys erforscht. „Wir haben viel über ihn gelesen und waren fasziniert von seiner Persönlichkeit und seiner Zivilcourage“, erklärt Bero Stankus (26). Während der Recherche stießen die Wilhelmsburger auf die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in Rostock, von denen jetzt einige anreisen werden, um der Gedenkveranstaltung am 20. Juni (siehe Kasten) beizuwohnen.
Die Verlegung von Stolpersteinen wird durch Patenschaften finanziert. Die Kosten von 120 Euro hat die „Initiative für ein soziales Wilhelmsburg“, Trägerverein des Infoladens in der Fährstraße, übernommen.


Für Donnerstag, 20. Juni, laden Mitglieder der „Initiative für ein soziales Wilhelmsburg“ gemeinsam mit der Geschichtswerkstatt und dem Moderatorenduo „2 gegen den Strom“ zu einer Gedenkveranstaltung ein, auf der sie die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit vorstellen und an einen Wilhelmsburger erinnern wollen, für den Zivilcourage kein Fremdwort war. Beginn ist um 20 Uhr in der Honigfabrik, Industriestraße 125.
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