Ein Kleinod dümpelt vor sich hin

Markantes Gebäude: Das frühere Wasserwerk im Inselpark ist von weitem sichtbar - allerdings findet sich niemand, der es nutzen möchte.. Foto: cvs

Seit April steht das Wasserwerk leer - Beirat fordert
günstigen Mietpreis, um Interessenten zu finden

Von Christopher von Savigny.
Der Blick durch die Fensterscheibe enthüllt nichts als blanke Leere. An der Tür hängt ein Zettel: „Ab Sonntag, 26. April, wegen eines Betreiberwechsels geschlossen" ist dort zu lesen. Seit über einem halben Jahr steht das schicke Gebäude des ehemaligen Wasserwerks im Inselpark leer - und noch immer ist von einem neuen Betreiber weit und breit nichts zu sehen. Das frühere „Restaurant Wasserwerk" hatte aus wirtschaftlichen Gründen schließen müssen. Nach dem Ende der Internationalen Gartenschau 2013 (igs) waren offenbar nicht mehr genug Gäste gekommen, sodass sich der Betrieb schließlich nicht mehr rentierte.
Wie geht es nun weiter? Viele im Stadtteil sorgen sich um die Zukunft des markanten Indus-triebaus, der über eine Reihe aus hellem Stein gehauene Treppenstufen zu erreichen ist. „Im Beirat haben wir das Aus für das Restaurant sehr bedauert", sagt Lutz Cassel, Vorsitzender des Wilhelmsburger Sanierungsbeirats. Es sei wohl einfach zu groß für seine Zwecke geworden und habe daher schließen müssen. „Aber man kann ja so ein architektonisches Kleinod nicht vor sich hin dümpeln lassen", so Cassel weiter. Aus dem Grund sei der Bezirk in der Pflicht, sich für einen günstigen Mietpreis einzusetzen, damit sich ein Nachfolger finde. „Interessant fände ich ein Konzept wie beim Restaurant 'Leuchtturm' am Harburger Außenmühlenteich", sagt Cassel. „Dort hat sich ein Sternekoch für den Weiterbetrieb eingesetzt, und nun läuft es prima! Wobei man berücksichtigen muss, dass wir in Wilhelmsburg nicht unbedingt die Kaufkraft für ein Sternelokal haben. Aber es kann ja auch ein anderes Konzept sein!"
Vom Vermieter, der städtischen Sprinkenhof AG, lässt sich zum Thema Wasserwerk nicht allzuviel erfahren: „Es wird ein Nachmieter gesucht", sagt Sprecher Lars Vieten. Man habe ein Angebot erarbeitet, das die „Besonderheiten der Immobilie berücksichtigt und den Anspruch hat, den geeignetsten Bewerber für die zukünftige Nutzung zu finden". Zurzeit sei man dabei, Bewerbungen zu sichten.
Das Wasserwerk wurde in den Jahren 1911 und 1952 erbaut und diente bis 2008 der Grundwasserförderung. Zum Gebäude gehört ein benachbarter „Verdüsungsbetrieb", in dem Filter und Absetzbecken zur Wasserreinigung untergebracht waren. Der Komplex steht unter Denkmalschutz.
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1 Kommentar
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Arne Böttger aus Wilhelmsburg | 03.12.2015 | 14:24  
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