Ein Haufen Müll und niemand ist zuständig

Der Weg entlang der Sportanlage in Krichdorf-Süd verkommt zur illegalen Müllkippe.

Kirchdorferin kämpft sich monatelang durch den Behördendschungel – doch der Müll bleibt liegen

Ein altes Ledersofa, Kartons, eine Matratze, mehrere Stoßstangen und allerlei ausrangierter Hausrat – Wer vom Karl-Arnold-Ring in den kleinen Weg entlang der Sportlange einbiegt, könnte meinen, er betrete eine Müllkippe. Anke Stoll ärgert sich seit langem über alle, die hier ihren Müll entsorgen. „Ich würde ihnen den Kram gerne vor die Haustür legen. Mal sehen, wie sie das dann finden“, schimpft die Kirchdorferin, die hier regelmäßig auf ihrem Weg zum Tennisplatz vorbeifährt. Noch mehr ärgert Stoll jedoch, dass niemand den Müll entfernt. Dabei telefoniert sie sich schon seit November die Finger wund, hat die Stadtreinigung, das Bezirksamt und die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) informiert. Doch der Müll bleibt liegen. „Es fühlt sich keiner zuständig“, sagt die 63-Jährige genervt.
Wer muss den Müll also entfernen? „Eindeutig das Bezirksamt Mitte“, antwortet Andree Möller, Sprecher der Stadtreinigung Hamburg (SRH). Das Amt sei zudem mehrfach informiert worden. Im Januar hätten SRH-Mitarbeiter vier Meldungen zu dieser illegalen Müllkippe erhalten und sie noch am selben Tag an das Bezirksamt weitergeleitet. „Da hat man wohl nicht reagiert“, so der Sprecher.
Warum nicht? „Die Zuständigkeiten waren nicht einfach zu klären“, sagt Sorina Weiland, Sprecherin des Bezirksamtes Mitte. Jetzt sei jedoch geklärt, dass das Sportreferat des Bezirksamtes in der Verantwortung ist, weil es sich um einen Sportplatz handelt. Die Kollegen hätten die Entsorgung bereits beauftragt, der Müll würde in den nächsten Tagen verschwinden, verspricht Weiland.


Alles zugemüllt? Hier anrufen!
Bei der Hotline „Saubere Stadt“ der Stadtreinigung Hamburg können Bürger
unter Tel. 25 76 11 11 vermüllte Grünflächen, überquellende Mülleimer oder illegal entsorgten Sperrmüll in ihren Stadtteilen melden. Wer den Müll entfernen muss, klären die Behörden untereinander. Im Idealfall soll der Müll innerhalb von drei Tagen verschwunden sein.

„Hamburg räumt auf“
Die nächste Mitmachaktion unter dem Motto „Hamburg räumt auf“ startet am Freitag, 20. März. Bis zum 29. März werden sich erneut viele Hamburger ins Zeug legen, um Müll von Grünflächen, Parks und Spielplätzen zu entsorgen. Die Aktion findet bereits zum 18. Mal statt. 2014 machten hamburgweit 60.000 Bürger mit – so viele wie nie zuvor. Sie sammelten gemeinsam 293 Tonnen Müll.
In Wilhelmsburg haben sich bereits 26 Initiativen und Einrichtungen angemeldet, darunter viele Schulen, Kitas und Gemeinden. Auf der Veddel gibt es bisher noch keine freiwilligen Müllsammler.
Infos und Anmeldung hier:
Hamburg räumt auf
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