Ein Ave Maria für die Flutopfer

Bürgermeister Olaf Scholz gedenkt der Opfer der Flutkatastrophe von 1962. In seiner Rede erinnert der SPD-Mann auch an den Mut und die Solidarität der vielen privaten Helfer. Foto: sk

50 Jahre nach der Katastrophe: berührende Gedenkveranstaltung am Mahnmal in Wilhelmsburg

von Steffen Kozieraz

Bei der zentralen Gedenkfeier am Wilhelmsburger Flutmahnmal war am vergangenen Donnerstag echte Anteilnahme und Trauer zu spüren. Auf den Tag genau 50 Jahre nach der verheerenden Flutkatastrophe vom 16./17. Februar 1962 lauschten Hunderte Menschen andächtig den Worten von Bürgermeister Olaf Scholz. „Diese Zusammenkunft ist ein Augenblick der Trauer, des Innehaltens und Erinnerns,“ so Scholz. Sie sei aber auch „ein Zeichen, dass Hamburg eine Stadt voller Solidarität ist und bleibt – mit Herz, Verstand und Händen, die zupa-cken und helfen.“
Der emotionalste Moment für viele Anwesenden war, als die bekannte Musikerin Suely Lauar, schemenhaft beleuchtet vom Fackelschein, das „Ave Maria“ anstimmte – wunderschön und herzzerreißend. „Der Gesang hat mich zutiefst berührt,“ bestätigte die Wilhelmsburgerin Monika Czepoks. Sie hatte damals miterleben müssen, wie ihr Elternhaus in den Fluten versank. „Bei dieser Gedenkstunde sehe ich nun alles wieder vor mir,“ berichtet die 66-Jährige. An die von Olaf Scholz gerühmte Solidarität erinnert sich die Wilhelmsburgerin Heike Greff: „Ich denke gerade daran, wie meine Mutter für so viele wohnungslose Menschen Essen gekocht hat.“
Am Ende der Veranstaltung wird es noch einmal ganz still. Während die von der Deichwacht entzündete Mahnflamme ein Flackerlicht auf die Gesichter wirft, gedenken die Menschen mit einer Schweigeminute den Opfern der Sturmflut.
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