Ehrennadel für Gerd Horn

Stolzer Preisträger: Kinderbauernhof-Leiter Gerd Horn (l.) mit Bezirksamtsleiter Andy Grote. (Foto: Christopher von Savigny)

Leiter des Kinderbauernhofs für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg

Er war buchstäblich zu Tränen gerührt: „Vielen Dank, damit hatte ich wirklich überhaupt nicht gerechnet“, schluchzte Gerd Horn etwas mühsam ins Mikrofon, während er sich immer wieder mit der Hand über die Augen wischte. Im Rahmen des Jahresempfangs im Wilhelmsburger Rathaus hat der Leiter des Kinderbauernhofs Kirchdorf vergangenen Freitag die „Ehrennadel Elbinseln“ verliehen bekommen, die alljährlich für besonderes, ehrenamtliches Engagement vergeben wird. „Ich kenne keine Einrichtung, die von so viel ehrenamtlichem Einsatz getragen wird“, sagte Bezirksamtsleiter Andy Grote in seiner Laudatio. Und direkt an den Preisträger gewandt: „Ohne Sie hätte der Kinderbauernhof niemals diese Anziehungskraft, diesen Ruf erreicht.“

Kinderbauernhof kämpft schon wieder um Existenz

Der 1987 gegründete Kinderbauernhof bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Bauernhoftiere wie Schweine, Ziegen, Gänse und Kaninchen täglich aus nächster Nähe zu erleben. Eintrittspreise werden nicht erhoben. Die jungen Besucher dürfen die Tiere angucken, streicheln, füttern, und sie können auch Patenschaften für sie übernehmen. Pro Jahr hat die Einrichtung etwa 20.000 Gäste. Wie schon häufiger in seiner Geschichte kämpft der Kinderbauernhof auch zurzeit wieder um seine Existenz, da die öffentliche Hilfe in Form von Ein-Euro-Jobbern gestrichen wurde. „Seit dem 1. Februar müssen wir 400 Arbeitsstunden pro Monat ehrenamtlich auffangen“, sagte Horn, der – völlig unvorbereitet – in Latzhose und Arbeitsjacke erschienen war. Da komme die Unterstützung durch Grote zum rechten Zeitpunkt: „So etwas baut einen natürlich auf, besonders wenn man gerade ein Tal durchschreitet.“
Überschattet wurde der Jahresempfang von einem ermüdend langen Auftritt des Liedermachers und Linke-Bundestagsabgeordneten Diether Dehm, der seine Redezeit – zwei Tage vor den Hamburger Bürgerschaftswahlen – dazu nutzte, kräftig Wahlkampf zu betreiben. Etwas mehr Zuspruch fanden seine größtenteils selbstkomponierten Lieder, die er anschließend mit kräftiger Stimme vortrug – auch wenn die Mehrzahl der Gäste schon nervös mit den Füßen scharrte. „Das war in mehrfacher Hinsicht ein denkwürdiger Auftritt“, sagte Andy Grote, nachdem er endlich ans Mikrofon durfte. „Jetzt geht es aber um Wilhelmsburg!“
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Merven Galdert aus Wilhelmsburg | 23.02.2015 | 18:13  
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