Durchgeknallt, hochbegabt, glücklich

„Das Buch habe ich so geschrieben, wie ich sonst auch rede“, sagt Autorin Kerstin Marweg. „Es ist sicher nicht perfekt – aber das ist mir herzlich egal!“. Foto: cvs

Wilhelmsburgerin schreibt Buch
über ihre hochbegabten Kinder

Von Christopher von Savigny.
Als ihr Sohn Finn etwa fünf Monate alt war, merkte Kerstin Marweg (46) zum ersten Mal, dass ihr Sprössling anders war als andere Kinder. „Ich wollte ihn von der Krabbelgrubbe abholen“, erzählt die Wilhelmsburgerin. „Alle Kinder brabbelten in Babysprache durcheinander – und er rief: 'Mama, kommst du mal?'“ Finn war ein hochbegabtes Kind. „Er war ständig wissbegierig, ungeduldig und hat wenig geschlafen“, erinnert sich Marweg, die sich teilweise extrem überfordert fühlte. „Ich war einfach fertig!“
Über ihre beiden Kinder – auch der zweite, vier Jahre jüngere Sohn Marten-Laynes ent-
wickelte sich zu einem überdurchschnittlich intelligenten Knaben – hat Marweg jetzt ein Buch verfasst. Titel: „Durchgeknallt, hochbegabt und glücklich“. „Bei uns ist vieles anders gelaufen als in 'normalen' Familien“, sagt sie. „Mit meinem Buch möchte ich anderen zeigen, dass man es schaffen kann – aller Widerstände zum Trotz.“
Auf 164 Seiten beschreibt Kerstin Marweg den kunterbunten und oft ungewöhnlichen Alltag, den sie mit ihrem Mann Jörg und ihren beiden Söhnen erlebte. Weil beide Kinder soviel Aufmerksamkeit verlangten, kündigte ihre Mutter ihren Job und blieb zuhause. „Beide konnten schon sehr früh lesen und schreiben“, berichtet Marweg. In der Schule sei ihnen oft langweilig gewesen. Insbesondere Marten fühlte sich unverstanden, litt
unter Lehrern und Mitschülern, mit denen er nicht zurecht kam. „Hausaufgaben fand er unwichtig. Arbeitszettel hat er gerne zerknüllt und einfach weggeworfen“, so Marweg.
Erst als Marten seine Liebe zur Musik entdeckte, wurde es etwas besser: Er lernte Klavier, trat in den Schulchor ein und wechselte schon bald zum renommierten Knabenchor der Hamburger
Nikolaikirche, wo er zunächst im Sopran und später – nach dem Stimmbruch – im Bass mitsang. Jetzt möchte Marten, der heute 17 Jahre alt ist, Opernsänger werden.
Ein erster Schritt ist bereits
getan: Kürzlich hat er die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Hamburg bestanden. „Mir ist ein großer Stein vom Herzen gefallen“, gesteht Kerstin Marweg. Innerhalb von nur vier Wochen brachte sie die Geschichte ihrer Kinder zu Papier – Finn studiert im Übrigen schon seit einiger Zeit.
Herausgegeben hat die Autorin ihr Erstlingswerk mithilfe eines Selbstverlags. Das Buch ist im Internet und im Buchhandel bestellbar.
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