Dribbeln für Deutschland

Ausgezeichnete Athletinnen: Edina Müller (l.) wurde 2013 zu Hamburgs Sportlerin des Jahres gewählt. Für ihre herausragende Leistung und die Goldmedaille bei den Paralympics in London 2012 zeichnete Bundespräsident Joachim Gauck Müller und ihre Teamkollegin Maya Lindholm mit der höchsten Ehrung für deutsche Sportler, dem Silbernen Lorberblatt aus. (Foto: Tanja Feddersen)
 
In Toronto gibt Maya Lindholm alles, um das erste WM-Gold für die Deutsche Nationalmannschaft zu holen. (Foto: Tanja Feddersen)

Zwei Wilhelmsburgerinnen kämpfen in Kanada um den Weltmeistertitel im Rollstuhlbasketball

Während ganz Deutschland zurzeit gebannt die Fußball-Weltmeisterschaft verfolgt, kämpft das deutsche Team der Rollstuhlbasketballerinnen in Kanada fast im Verborgenen um den Weltmeistertitel. Dabei ist die diesjährige WM in Toronto vom 20. bis zum 28. Juni mit zwölf teilnehmenden Ländern so groß wie noch nie und das erfolgreiche deutsche Team tritt als einer der Favoriten an. Mit Maya Lindholm und Edina Müller gehören zwei Wilhelmsburgerinnen zum Nationalkader. „Maya und ich sind amtierende Paralympics Sieger (Gold in London 2012) und werden alles versuchen, eine Medaille von der Weltmeisterschaft nach Hause zu bringen“, sagt Müller.
Gewinnt ihr Team das Finale am 28. Juni, hätte sie gleich zwei Gründe zum Feiern: Das erste WM-Gold für die Nationalmannschaft und ihren 31. Geburtstag. Denn bisher gelang es den Rollstuhlbasketballerinnen nur in Europa, Gold zu holen. Bei der letzten WM in Birmingham mussten sie sich mit Silber zufrieden geben. Das könnte sich in Toronto ändern, denn die deutschen Spielerinnen sind bisher ungeschlagen und haben alle Vorrundenspiele gewonnen (siehe Kasten).
Für Müller ist es bereits die dritte WM-Teilnahme, für Lindholm die zweite. Beide spielen seit rund zehn Jahren Rollstuhlbasketball. „Mich hat die Dynamik und Schnelligkeit fasziniert und ich fand toll, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen spielen und in den Ligen mixed gespielt wird, also Männer und Frauen“, erklärt Müller, die seit einem Unfall mit 16 Jahren querschnittsgelähmt ist. Lindholm hatte mit 13 Jahren eine
Rückenmarksentzündung und sitzt seitdem im Rollstuhl.
Wenn sie nicht für die Nationalmannschaft im Einsatz sind, spielen die Wilhelmsburgerinnen für die BG Baskets Hamburg in der ersten Bundesliga. Ab der nächsten Saison trainiert ihr Team in der neuen Basketballhalle im Inselpark, zu der die ehemalige igs-Blumenhalle zurzeit umgebaut wird.
Beide Sportlerinnen leben erst seit kurzem auf der Elbinsel. „Ich wohne mit meinem Freund seit Dezember 2013 dort und fühle mich sehr zu Hause“, erzählt Müller. Lindholm lebte lange in Harburg, bevor sie ebenfalls vergangenen Dezember nach Wilhelmsburg zog. Bisher blieb der 23-Jährigen wenig Zeit, sich die Elbinsel anzugucken.
„Wenn ich wieder zurück bin, habe ich erst mal zwei Wochen Ferien und werde viele meiner Freunde treffen und Wilhelmsburg ein bisschen erkunden“, erzählt sie.


Alle Spiele per Livestream im Internet:
Die nächsten Spiele: Viertelfinale am Donnerstag, 26. Juni, Halbfinale am Freitag, 27. Juni und Finale am Sonnabend, 28. Juni. Genaue Zeiten der einzelnen Spiele und eine Liveübertragung gibt es im Internet auf www.2014wheelchairbasketball.com. Im deutschen Fernsehen wird keines der Spiele übertragen.
Mehr Infos über die deutsche Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft gibt es hier: www.teamgermany.net
Bisherige Spielstände: In der Vorrunde setzten sich die deutschen Rollstuhlbasketballerinnen mit 59:45 gegen die Chinesinnen, mit 55:33 gegen die Britinnen, mit 74:40 gegen die Brasilianerinnen und mit 64:53 gegen die Kanadierinnen durch.
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