Drei Schlecker in Wilhelmsburg: welcher Laden schließt?

Wie geht’s weiter? Renate Nazli, Mitarbeiterin bei Schlecker in der Veringstraße, würde gerne Bescheid wissen. Foto: cvs

Nach Insolvenz soll ein Teil der Filialen bleiben – welche, ist unklar

Der Schlecker-Markt in der Veringstraße ist eine typische Filiale des Drogeriediscounters: Schmale, verwinkelte Gänge, die wenige Anhaltspunkte zur Orientierung bieten, vom Verkaufspersonal ist zunächst wenig zu sehen. „Meistens ist auch nur ein Mitarbeiter gleichzeitig vor Ort“, räumt die Angestellte Renate Nazli ein. Jetzt hat Deutschlands zweitgrößte Drogeriemarktkette Insolvenz beantragt.
Zwar sollen nicht alle der rund 70 Hamburger Filialen schließen, aber wieviele davon weitergeführt werden, ist zurzeit völlig offen. „Wir rechnen damit, dass etwa 20 bis 30 der Läden bleiben“, sagt Nazli, die sich auch im Betriebsrat engagiert. Mit ihrem Arbeitgeber ist die Verkäuferin sehr unzufrieden: „Wir bekommen gar keine Informationen“, kritisiert sie.
Während es für Konkurrenzunternehmen wie Rossmann und dm in den letzten Jahren stetig aufwärts gegangen war, schrieb Schlecker nur Verluste: Zum Schluss reichte das Geld nicht mal mehr für den langen geplanten Firmenumbau und die Modernisierung der Filialen. Geplant ist nun ein so genanntes „Planinsolvenzverfahren“: Dabei bleibt die Geschäftsführung im Amt, der Insolvenzverwalter tritt lediglich beratend auf. „Ziel ist es, alle wesentlichen Filialen zu erhalten“, sagt Firmensprecher Alexander Güttler.
Auf der Elbinsel existieren neben der Filiale in der Veringstraße zwei weitere Schlecker-Märkte: in der Georg-Wilhelms-Straße und am Kirchdorfer Damm. Welche Filialen denn nun „wesentlich“ sein könnten, will Güttler allerdings nicht sagen. „Es macht keinen Sinn, Vorhersagen zu treffen“, so der Sprecher. „Aber wir werden kein Geschäft retten, das tief in den roten Zahlen steckt.“
Das Hamburger Büro der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat am gestrigen Dienstag (nach Redaktionsschluss) eine Infoveranstaltung für die Schlecker-Beschäftigten angeboten. „Wir brauchen dringend ein Bündnis zur Rettung der Arbeitsplätze“, sagt Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied für den Handel. Bei Schlecker selbst macht sich offenbar wieder verhaltener Optimismus breit: Laut einer Pressemitteilung laufen die Geschäfte mit dem wichtigsten Lieferanten und Gläubiger, der Firma Markant, wieder.
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