Dockville: Ab 2013 wirds eng

Mehr als die Hälfte der Festivalbesucher sind Camper, 80 Prozent davon kommen von außerhalb. Der Dockville-Campingplatz soll 2013 zum Parkplatz für die Gartenschau-Besucher werden, später entsteht hier ein Hafenbetrieb. Wo sollen dann die Camper hin? (Foto: cvs)

HPA und Gartenschau beanspruchen Teile des Festivalgeländes

Auf dieser Baustelle soll in drei Wochen das Dockville Festival losgehen? Riesige Sandhügel, tiefe Gräben, dazwischen ein paar fertig gepflasterte Wege, Bagger und Bauarbeiter wuseln herum – auf dem Festivalgelände am Reiherstieg Hauptdeich baut zurzeit die internationale Gartenschau (igs) an einem Park für 2013. Die unebene Fläche scheint denkbar ungeeignet für ein Kunst- und Musikfestival mit erwarteten 20.000 Besuchern. Jedoch Dock-ville-Sprecher Jean Rehders zeigt Optimismus: „Uns wurde versichert, dass die Fläche bis zum 10. August geräumt ist.“
Zum sechsten Mal organisieren die Dockville-Macher ihr riesiges Open-Air-Spektakel im Hafen, mit Kunstcamp, Kinderferienfreizeit und jeder Menge angesagter Bands. Inzwischen sollte bei den Veranstaltern eine gewisse Routine eingekehrt sein, doch besondere Umstände stellen die Dock-viller jedes Jahr erneut auf die Probe. Denn das Festivalgelände gehört der Hamburg Port Authority (HPA), die immer wieder Teile der Fläche für Hafenbelange beansprucht. Für Dockville bedeutet das: Die bespielbare Fläche verändert sich mit jedem Jahr, wird mal größer, mal kleiner, liegt mal hier und mal dort. Rehders: „Im Unsicheren zu sein ist für uns ein Dauerzustand!“
Am meisten Sorgen bereitet zurzeit eine zehn Hektar große Wiese, auf der der Campingplatz für die Festivalbesucher vorgesehen ist. In diesem Jahr ist alles in trockenen Tüchern, doch für die Zukunft wackelt die Planung schon wieder. Im kommenden Jahr soll auf genau dieser Fläche der Parkplatz für die Besucher der Gartenschau eingerichtet werden. Wo sollen im August 2013 die Festival-Camper hin, wenn hier die igs-Besucher parken? Schlimmer noch: Die HPA will offenbar später an dieser Stelle einen Hafenbetrieb ansiedeln. Das wäre das endgültige Aus für den Campingplatz an dieser Stelle. „Es wurde bereits nach Alternativen für den Zeltplatz gesucht, aber bislang stehen keine realistischen Flächen zur Verfügung“, so Rehders. „Hier muss dringend eine Lösung her, sonst sind wir weg“, droht der Dockville-Sprecher. In Schleswig-Holstein habe man sich bereits Alternativflächen angesehen. Rehders: „Grundsätzlich geht es darum, ob die Stadt den Willen hat, ein über sechs Jahre gewachsenes und national etabliertes Festivalformat zu halten.“
Zumindest in diesem Jahr scheint noch alles nach Plan zu laufen, für die Fläche am igs-Park gibt es Entwarnung: „Die Bauarbeiten werden für das Festival unterbrochen, das ist terminlich so abgestimmt“, versichert igs-Sprecherin Andrea Ubben.

Vergünstigte Tickets:
Für Wilhelmsburger und Veddeler gibt es vergünstigte Eintrittspreise fürs Dockville-Fes-tival vom 10. bis 12. August. Wer seinen Wohnsitz auf den Elbinseln hat, kann im Reisebüro Smart Travelling, Veringstraße 52, Tagestickets für 15 Euro kaufen. Ausweis mitbringen!
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