Dockville 2012 ist sicher, und dann?

„Casper“ rockt die Großschot-Bühne. Foto: Stefan Malzkorn

Planungen der HPA sorgen für Unruhe

von Christopher v. Savigny
Nach einem zwar verregneten, aber dennoch erfolgreichen Festivalabschluss mit 20.000 Besuchern denken die Dockville-Veranstalter schon über das nächste Jahr nach. „Wir kämpfen dafür, in Wilhelmsburg bleiben zu dürfen“, sagt Dockville-Sprecher Jean Rehders. „Die Lage ist einmalig, es gibt in Hamburg nichts Vergleichbares.“
Einfach dürfte es für das dreitägige Musikfestival nicht werden – soviel steht jetzt schon fest: Denn das Gelände am Reiherstiegknie, das der Hamburg Port Authority (HPA) gehört, ist begehrt. Die Gartenschau (igs), die übernächstes Jahr eröffnet, plant am Ufer einen Fähranleger mit Promenade. Diese soll durch den „Uferpark Reiherstieg“ zum Westeingang der Ausstellung führen. „Inwieweit uns das behindert, sehen wir erst im März 2012“, so Rehders. Immerhin haben die igs-Verantwortlichen stets betont, mit den Festivalmachern zusammenarbeiten zu wollen. „Es besteht ein reger Austausch mit Dockville“, sagt igs-Sprecherin Ina Heidemann. „Bei der Planung des Parks wird darauf geachtet, dass die Veranstaltung weiterhin in der Form stattfinden kann.“ Bereits im September beginnen die Erdarbeiten für die igs am Reiherstiegknie.
Weitaus mehr Ungemach droht von Seiten der HPA: Diese hatte bereits mehrfach angekündigt, vor Ort Industrie ansiedeln zu wollen. Eine Zeitplanung dafür gibt es noch nicht. „Für nächstes Jahr gehe ich davon aus, dass das Gelände noch nicht bebaut wird“, sagt HPA-Sprecherin Karin Laengenfelder. Darüber hinaus möchte sie keine Zusicherung machen.
Das Bauvorhaben der HPA betrifft den Campingbereich des Festivals. 8.500 Besucher hatten dieses Jahr dort genächtigt – auf teilweise völlig aufgeweichtem Boden. Für den schlechten Zustand macht Festivalsprecher Rehders die HPA mitverantwortlich: „Wir bekommen jedes Jahr neue Flächen zugewiesen und müssen umbauen. Unter diesen Umständen ist die Anlage von vernünftigen Wegen sehr schwierig.“ Schon aus wirtschaftlichen Gründen sei der Zeltplatz enorm wichtig. „Ohne Camping kann das Dockville-Festival nicht stattfinden“, so Rehders.
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