Dieser Weg heißt „Loop“

Bezirksamtsleiter Andy Grote probierte den neuen Radweg in Wilhelmsburg mit einem Stadtrad aus.

Fünf Kilometer lange Wegstrecke fertig, auf der Radfahrer, Fußgänger und Skater die gleichen Rechte haben

von Sabine Langner

Singapur, San Francisco, New York und Chicago haben sie. Und ab sofort hat auch Wilhelmsburg eine. Die Rede ist von einer Wegstrecke, auf der Fußgänger, Radfahrer und Skater die gleichen Rechte haben. In den USA nennt man dieses Modell der gemeinsamen Nutzung „Toleranzstrecken“. Auf der Elbinsel nennt sich das Ganze „Loop“ – eine Mischung aus dem Plattdeutschen Wort für „Lauf“ und dem Englischen für „Schleife“.
Der erste fünf Kilometer lange Abschnitt ist gerade fertiggestellt worden. Los geht es am Gerd-Schwämmle-Weg, direkt hinter dem Bürgerhaus. Die Strecke verläuft dann einmal quer durch Wilhelmsburg bis zum Reiherstieg Hauptdeich und führt am Veringkanal entlang bis zum IGS-Gelände. Nach Ende der Gartenschau soll noch ein weiterer Streckenabschnitt dazu kommen. Die ganze Runde ist barrierefrei, mit einem glatten Belag ausgestattet und bestens ausgeschildert. Teilweise haben die Loop-Nutzer sogar Vorfahrt vor dem Autoverkehr.
Die Idee für die Strecke hatte Michael O. Grau, Geschäftsführer der in Wilhelmsburg ansässigen Firma Makiewicz. „Alle reden vom Sprung über die Elbe, aber als ich mich mal selber auf das Fahrrad gesetzt habe um zu sehen, wie man aus der Hamburger Innenstadt nach Wilhelmsburg kommt, war ich ziemlich enttäuscht“, berichtet er. Auf eigene Kosten ließ der Unternehmer ein Gutachten erstellen, wie andere Städte mit nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmern umgehen. Das fertige Gutachten übergab er Hamburgs Bürgermeister, und im Rahmen der allgemeinen Bauarbeiten zur Internationalen Bauausstellung (IBA) und der Internationalen Gartenschau (IGS) entstand dann diese Strecke für rund 3,5 Millionen Euro.
Doch ein paar Haken hat das Projekt noch. So lobt zwar der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (adfc) „die großzügige Breite und seinen besonders glatten Belag, auf dem das Fahren Spaß macht“, doch dass auf der Strecke auch Jogger und Fußgänger die gleichen Rechte haben, ist beim adfc noch nicht angekommen. Kann es auch nicht, weil die Beschilderung aus kleinen, unauffälligen Schildchen besteht, und nichts auf die gemeinsame Nutzungsmöglichkeit hinweist. Auch wird der neue Weg zwar als Radweg der Zukunft gelobt, aber ob und wie es weitere Abschnitte geben soll, ist im Moment noch völlig offen.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.