„Diese Firma ist brandgefährlich!“

Die Nordischen Ölwerke am Veringkanal sind vielen Anwohnern ein Dorn im Auge.

Nordische Ölwerke: Technischer Defekt sorgt für Großeinsatz der Feuerwehr

Während die Bewohner der Veringstraße rund 200 Meter entfernt nichts ahnend schliefen, kämpften vergangenen Donnerstag 52 Feuerwehrleute von 3 bis 6 Uhr nachts gegen Flammen auf dem Gelände der Nordischen Ölwerke (NOW). Das Dach einer etwa 20 Meter hohen Destillationsanlage für Fettsäure direkt am Veringkanal brannte, auch im ersten Obergeschoss waren Löscharbeiten notwendig, so die Feuerwehr. Nach Angaben der Polizei war ein technischer Defekt Schuld an dem Feuer.
Die Nordischen Ölwerke, die Öle und Fette verarbeiten, sorgen seit Jahren für Negativschlagzeilen. Anwohner beschweren sich über üble Gerüche, die besonders bei Westwind von der Produktionsanlage in das Wohngebiet auf der anderen Seite des Veringkanals geweht werden. 2011 haben Messungen des TÜV ergeben, dass die NOW die zulässigen Grenzwerte der Geruchsemmissionsrichtlinie GIRL überschreiten. 2012 bekamen die NOW von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) die Auflage, ihre Anlage schrittweise zu sanieren, um die Geruchsemissionen zu senken.
In der Vergangenheit war es schon einmal zu einem Großeinsatz der Feuerwehr gekommen. Im Juli 2001 erschütterte eine Explosion auf dem Industriegelände das benachbarte Wohngebiet. Damals war ein Tank mit Glycerin explodiert. Vor diesem Hintergrund fordert der Verein Zukunft Elbinsel Wilhelmsburg, dass die Fabrik zum Schutz der Bevölkerung umgesiedelt wird. „Das aktuelle Feuer bei den Nordischen Ölwerken zeigt erneut: Diese Firma stinkt nicht nur ekelerregend, sie ist auch brandgefährlich!“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Tanklager und Fabrikationshallen mit hochexplosiven Flüssigkeiten bedeuten in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern ein gravierendes Sicherheitsrisiko.“
Doch weder für den Bezirk Mitte noch für die BSU steht die Verlegung der NOW zur Debatte. „Der Betrieb ist seit 90 Jahren da. Dass es ab und zu müffelt, muss man wissen“, sagt BSU-Sprecher Volker Dumann. Von einer Gefahr für die Bevölkerung geht die Behörde offenbar nicht aus. Der Betrieb werde regelmäßig von der BSU kontrolliert und sei auf dem neusten Stand der Technik, was die Sicherheitsvorkehrungen angehe, so der Sprecher. Nach dem Brand sei ein Vertreter der BSU vor Ort gewesen. „Es gab keinerlei Auswirkung auf Luft, Boden und Wasser“, sagt Dumann.
NOW-Geschäftsführer Chris-tian Halfmann bestätigt: „Es sind keine gesundheitsgefährdenden Stoffe ausgetreten.“ Der vom Brand betroffene Teil der Produktionsanlage stehe vorerst still – in diesem Jahr könne der Schaden nicht mehr behoben werden.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.