Die Welt in einer Parzelle

Hereinspaziert: Vorstand Manuel Gomez hegt und pflegt wie alle multinationalen Hobbygärter, die Mitgliedschaft im Interkulturellen Gartenverein. Foto: ats

Interkultureller Garten Hamburg-Wilhelmsburg:
ein etwas anderer Kleingartenverein

Von Peter Wieland. Alle Blumen sind schon da, und in den Bäumen zwitschern die Vögel: Im „Interkulturellen Garten Hamburg-Wilhelmsburg“, im Park am Veringkanal, gibt’s auch Johannisbeeren, Erdbeeren, Salat und Kartoffeln.
Beackert wird der Interkulturelle Garten von Bürgern, die aus aller Herren Länder kommen und sich vor zehn Jahren zu einem Verein zusammentaten. Wie im typischen Gartenbauvereinsleben gibt es viele Laubenpieper. Einmalig ist aber, dass sich alle nur eine große Parzelle teilen. Dicht an dicht stehen hier die verschiedensten (Hoch-)Beete, jedes Mitglied bewirtschaftet eine kleine, markierte Scholle.
So kommt es, dass sich die Steinerdbeeren einer Altonaer Richterin in bester Nachbarschaft des Gemüsebeets eines südamerikanischen Angestellten befinden. Einer für alle, alle für einen heißt es auch, wenn es darum geht, den Garten insgesamt auf Vordermann zu bringen. Ausgediente, graue Wahlurnen wandelte man zu frostsicheren Blumentöpfen um, in denen farbenprächtige Tulpen gedeihen.

Kinderspielplatz
soll entstehen

Auch sonst zeigen sich die multinationalen Hobbygärtner sehr erfinderisch. Aus Holz, Glas, Plastik, Eisen und Stein hat man in mühevoller Kleinarbeit solide „Eigengewächse“ wie Pizzaofen, Treibhaus, Bänke und Bioklo gezaubert.
Ein Kinderspielplatz soll entstehen. Federführend im kreativen Schaffensprozeß ist dabei Vorstandsmitglied Manuel Gomez. Stolz führt er durch das rund 600 Qudratmeter große Biotop, das früher mal Industriegebiet war.
Vor sieben Jahren kam der gebürtige Portugiese nach Wilhelmsburg. Neben dem Obstanbau baute er gleich Vorurteile gegenüber anderen Nationalitäten ab. „Wir haben alle rotes Blut“, sagt er. Womit wir wieder bei den Farben wären, die im Interkulturellen Garten auch ein friedvoll-fröhliches Miteinander symbolisieren.
Neben dem üblichen „Tag der offenen Gartentür“ gibt es verschiedene Feste und Veranstaltungen, die jeder besuchen kann. Geplant ist eine Aktion mit Kindern des Flüchtlingscamps Dratelnstraße.

❱ www.interkgarten.de
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