Die Vermittlerin

Maike Grünwaldt leitet seit April die „Praxis Flüchtlingshilfe Elbinseln“. Foto: pr

Flüchtlingshilfe: Maike Grünwaldt bringt
Ehrenamtliche und Vereine zusammen

Von Christopher von Savigny.
Vielen geht es so: Sie wollen helfen, wissen aber nicht, wo und wie. Oder andersherum: Sie haben Ideen, aber es fehlen ihnen die geeigneten Leute. Exakt in dieser Schnittstelle sitzt seit April dieses Jahres Maike Grünwaldt, selbst ehemalige Lehrerin für Integrations- und Alphabetisierungskurse.
Ihr Büro – die „Praxis Flüchtlingshilfe Elbinseln“ – befindet sich im Media-Dock auf dem Gelände der Nelson-Mandela-Schule. „Ich bringe Ehrenamtliche mit Hauptamtlichen zusammen“, sagt Grünwaldt über ihren 30-Stunden-Job, der von der gemeinnützigen „Beruf und Integration (BI) Elbinseln GmbH“ getragen wird.
Ein paar brandaktuelle Beispiele aus dem Büro? Hier kommen sie: Der Verein „Die Insel hilft“ sucht eine Sport-Koordinatorin, ein weiterer Verein („First Contact“) benötigt dringend einen Raum, wo er Flüchtlinge unterrichten kann. Und: Ein Projekt für Kinderbetreuung wirbt ebenfalls um freiwillige und (möglichst kinderliebe) Helfer.
Geduld ist wichtig, nicht gleich das Handtuch werfen
Hingegen haben sich einzelne Ehrenamtliche bislang erst wenige gemeldet – schlicht aus dem Grund, weil die Einrichtung noch kaum bekannt ist. „Eigentlich schade“, sagt Grünwaldt. „Es geht oft so viel Energie verloren, weil man nicht weiß, wohin man sich wenden soll!“
Warum engagieren sich so viele für den guten Zweck? „Manche tun das aus politischen Gründen, manche aus christlicher Nächstenliebe – das ist ganz unterschiedlich“, sagt sie. Oft sei sie ganz berührt davon, wie intensiv sich jemand einsetze. „Und ich muss auch sagen, dass Wilhelmsburg ein sehr guter Stadtteil für Ehrenamtler ist, denn es existiert eine sehr feste solidarische Struktur. Wahrscheinlich, weil es schon immer ein Einwanderer-Stadtteil war.“
Menschen, die gerne mitmachen möchten, gibt Grünwaldt als Tipp mit auf den Weg, Geduld zu haben. Zum Beispiel als Lehrer beim Sprachunterricht, wenn die Schüler nur unregelmäßig kämen. „Da sollte man nicht gleich das Handtuch werfen.“ Schon im letzten Jahr hatte Grünwaldt in gleicher Funktion für die BI gearbeitet – allerdings mit der Hälfte der Stundenzahl und ohne Büro. Damals strömten die Geflüchteten nur so ins Land und entsprechend groß war auch der Andrang an potenziellen Ehrenamtlern.
„Damals konnte ich sie gar nicht alle unterbringen“, sagt sie „Inzwischen hat sich die Situation ja sehr entspannt.“ Ihr größter Wunsch: „Dass die Menschen sich bemühen, damit die Zusammenarbeit besser klappt.“

Flüchtlingshilfe
Elbinseln
Prassekstraße 1
Tel 040 – 428 85 22 81
Öffnungszeiten: di 12-15 Uhr, do 15-18 Uhr
❱❱ www.bi-elbinseln.de
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