Die Veringstraße soll barrierefrei werden

Kesbana Klein demonstriert die Funktionsweise einer mobilen Alurampe. Diese hier gehört dem SPD-Fraktionsbüro in der Veringstraße. Foto: cvs

Hilfe für Rollstuhlfahrer: Sanierungsbeirat für mobile Rampen und Klingelanlagen

Von Christopher v. Savigny.
Die Hauseingänge in der Veringstraße bezeichnet Kesbana Klein auch als „bauliches Potpourri": Mal mit zwei, mal mit drei Stufen, steil oder flach, teils schief und krumm - und manchmal auch gerade erst neu gebaut. „Wir setzen uns dafür ein, dass Rollstuhlfahrer im Reiherstiegviertel besser Zugang zu den Geschäften bekommen", sagt Klein, Mitglied in der Bezirksfraktion der SPD.
Klein gehört zu einer Inklusionsgruppe im Sanierungsbeirat „Südliches Reiherstiegviertel", die Geschäftsleute und Hausbesitzer dazu ermuntern will, mobile Alurampen sowie Klingelanlagen anzuschaffen, um Behinderten das Leben zu erleichtern.
Da das Quartier noch bis Ende des Jahres als Sanierungsgebiet ausgewiesen ist, hofft die Initiative auch auf (finanzielle) Unterstützung durch den Bezirk. „Jetzt geht es erstmal darum, die Barriere in den Köpfen abzubauen", sagt Klein. „Da müssen wir ansetzen."
Der Hintergrund für den Vorstoß sind geplante Bauarbeiten: Um Raserei zu vorzubeugen, soll die Veringstraße bis etwa 50 Meter südlich der Mannesallee zur Tempo-25-Zone ausgebaut werden. Die Kreuzung Fährstraße bekommt einen Kreisverkehr. Fahrradwege und -parkmöglichkeiten werden ausgebaut. Beginn ist im März dieses Jahres. Kostenpunkt: etwa eine Million Euro. Im Gespräch ist auch eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 für den weiteren Verlauf der Veringstraße.
Die Inklusionsgruppe möchte die Maßnahmen für sich nutzen. „Die Bürgersteige werden sowieso etwas angehoben und begradigt, sodass es nicht mehr so viele Treppenstufen zu überwinden gibt", sagt Klein. Im Fokus liegen Eingänge zu Geschäften, Banken und Restaurants - die wenigsten davon sind bislang per Rollstuhl zugänglich. Auch das Geldabheben an Bankautomaten ist nach den Erkundungen des Beirats kaum möglich. Rampen sowie Klingelanlagen (mit denen sich Rollifahrer bemerkbar machen könnten) kosten jeweils ein paar 100 Euro. Bis dato gäbe es im Quartier zwei Alurampen und vier Klingeln - bezahlt zu jeweils 50 Prozent vom Hauseigentümer (oder Geschäftsbetreiber) und vom Sanierungsbeirat.
Man werde Anträge in Einzelfällen „wohlwollend" prüfen, verspricht Bezirksamtssprecherin Sorina Weiland. „Im Zweifelsfall müssen Geschäftsleute jedoch selbst für ihre Anlagen aufkommen."
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