Die IBA sagt Tschüs!

Beliebt: der „Horizontweg“ über den Energieberg Georgswerder. Ab Frühjahr 2014 ist er wieder begehbar. (Foto: IBA/Johannes Arlt)

Verantwortliche ziehen positives Fazit – Kritik aus dem Stadtteil

von Ch.v.Savigny, Wilhelmsburg
Nachdem vor zwei Wochen die Gartenschau (igs) zu Ende gegangen ist, hat jetzt mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) auch das zweite Wilhelmsburger Großprojekt seinen Abschluss gefunden.
Zum Finale ein paar Zahlen: 70 bauliche, soziale und ökologische Projekte hat die Bauausstellung zwischen 2007 und 2013 realisiert. Am meisten dürften den Besuchern die ökologisch-avantgardis-tischen Gebäude am Inselpark in Erinnerung bleiben – darunter das „BIQ“ mit seinen gläsernen, von Algen bedeckten Wänden, oder der komplett aus Holz erbaute „Woodcube“. Insgesamt 1.208 Wohnungen sind hamburgweit entstanden, noch einmal knapp halb so viele (516) wurden nach neuesten Energiestandards modernisiert. Etwa eine Milliarde Euro wurde investiert, ein Drittel davon aus öffentlichen Kassen, die restlichen zwei Drittel steuerten private Geldgeber bei.
Im Präsentationsjahr 2013 zählte die IBA etwa 420.000 Besucher – allerdings grob gerechnet, da für die Bauausstellung, anders als bei der Gartenschau, kein Eintritt gezahlt werden musste. Viele der Besucher nahmen an Bustouren und Führungen teil. „Diese touristischen Angebote waren – neben den Projekten und Konzepten – der Schlüssel zum Erfolg“, so IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg, der von einem „veränderten Image“ der Elbinsel sprach.
Währenddessen kommen aus Wilhelmsburg selbst deutlich kritischere Töne. „Wir finden lediglich Luftschlösser mit großen, zukunftsweisende Namen wie BIQ oder Sonnenhöfe“, sagt Thomas Koyar von der Kampagne „IBA? Nigs DA!“. „Wenn wir zurück-schauen, sehen wir den Versuch, das Image dieses Stadtteils zu wandeln, jedoch keinerlei Lösung der drängenden sozialen Fragen. Die IBA ist an der grundlegendsten Aufgabe gescheitert: das Leben derjenigen Menschen zu verbessern, die hier wohnen.“ Die IBA- und igs-kritische Initiative setzt sich unter anderem für bezahlbaren Wohnraum im Stadtteil ein.
Während die Ausstellung offiziell beendet ist, bleibt die IBA-Gesellschaft weiterhin erhalten, um künftige Bauvorhaben anzuschieben: Dazu könnte zum Beispiel die immer noch umstrittene Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße gehören, oder auch neue Wohnungsbauprojekte.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.