„Dialog ist wichtig“

Der aus Wilhelmsburg stammende SPD-Bundestagsabgeordnete Metin Hakverdi nimmt weder deutlich für noch gegen die geplante Moschee Stellung. Foto: pr

Moschee-Neubau: Interview mit
dem Wilhelmsburger SPD-Bundestagsabgeordneten Metin Hakverdi

ch. v. savigny/olaf zimmermann, wilhelmsburg

Über die geplante neue Moschee auf der Elbinsel gehen die Meinungen auseinander. Das Elbe Wochenblatt sprach mit dem Wilhelmsburger Bundestagsabgeordneten (SPD) Metin Hakverdi (Foto).

Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht für, welche gegen eine neue Moschee?
Metin Hakverdi: In den vergangenen Jahren kam unter den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder der Wunsch auf, eine repräsentative Moschee für Wilhelmsburg zu ermöglichen. Die Stimmen stammten nicht nur aus dem muslimischen Teil der Bevölkerung.
Im Rahmen des Projekts „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinsel", einer für Hamburg einzigartigen Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft, wurde dann der Bau einer Moschee in Wilhelmsburg diskutiert.
Es gab auch Stimmen, die gegen den Bau argumentierten und darauf hinwiesen, dass es bereits genug Moscheen in Wilhelmsburg gebe. Es kam auch der Staatsvertrag zur Sprache, den die Stadt Hamburg mit den muslimischen Gemeinden geschlossen hat. Darin geht es unter anderem darum, die Leistungen der Moscheen für die Gemeinschaft anzuerkennen, etwa für die Sozialarbeit mit älteren Menschen, in der Präventionsarbeit oder als Dialogpartner.

Viele machen das äußere Erscheinungsbild von einer möglichen Genehmigung abhängig: Dürfte ein Neubau auf der Elbinsel zum Beispiel Minarette haben? Wie steht es mit der Größe?
Einzelheiten zur Planung und Größe liegen mir nicht vor. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass wir mit einer potenziell zu bauenden Moschee eine Einrichtung schaffen, die ganz Wilhelmsburg zu Gute kommt.
Wir müssen solch wichtige Entscheidungen in einem breit geführten Dialog treffen und in einem Beteiligungsverfahren sicherstellen, dass ein Gebäude entsteht, das eine Anlaufstelle für alle ist und mit dem alle leben können.
Ein Kritikpunkt sind fehlende Parkplätze. Argumentation: In Wilhelmsburg Mitte entstehen viele neue Wohnungen, also wird auch entsprechend viel Platz für Autos benötigt. Ein Parkplatz-Chaos sei zu befürchten. Stimmen Sie zu?
Parkplätze sind in einer Millionenstadt wie Hamburg immer ein wichtiges Thema. Gelungenes Parkraummanagement ist eine Frage der Planung im Vorhinein. Besonders wichtig ist auch eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Wir brauchen für die gesamte neue Wilhelmsburger Mitte eine funktionierende Parkraumplanung.

Wie wird die Bevölkerung auf den Moscheebau reagieren?
Mir wurde auf Nachfrage berichtet, dass auf der öffentlichen Veranstaltung zu diesem Thema am 20. November 2013 konfessionsübergreifend und mehrheitlich die Auffassung herrschte, dass die Menschen muslimischen Glaubens in Wilhelmsburg eine repräsentative Moschee haben sollen.

Braucht Wilhelmsburg eine neue, repräsentative Moschee? Ja oder Nein?
Meine Aufgabe als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter ist es, die verschiedenen Meinungen der Bürgerinnen und Bürger im Wahlkreis so genau wie möglich zu verstehen und die Interessen, die sich daraus ergeben, weiterzutragen. So werde ich es in dieser Frage auch halten.
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