Der Mann mit den zwei Seiten

Rapper Samet Tarim (31) in seinem „Studio“ in seiner Wohnung am Karl-Arnold-Ring. „Durch meine Musik kann ich gut Gefühle rauslassen“, sagt er.

Nach Feierabend wird aus Samet Tarim (31) der Rapper „2Side“

Jede freie Minute verbringt Samet Tarim an seiner Musikanlage. Tagsüber arbeitet der 31-Jährige ganz konventionell bei einem Schiffsausrüster, doch nach Feierabend wird aus Samet Tarim „2Side“, Deutsch-Rapper aus Kirchdorf-Süd. „Ich wollte schon immer Musik machen, habs mir aber zuerst nicht zugetraut“, erzählt er. Irgendwann habe er einfach angefangen. „Ich wusste damals nichts, nur, dass ich rappen wollte.“
Vor sieben Jahren habe er sich spontan ein billiges HipHop-Computerprogramm gekauft, dazu ein Mikrofon. Die ersten Versuche waren noch holprig. Er benutzte die voreingestellten Rhythmen (Samples) und kopierte Melodien (Beats). „Anfangs habe ich noch nicht selbst komponiert“, so Tarim. Mit der Zeit merkte er, was ihm Spaß machte – und er entdeckte sein Talent. Tarim begann, eigene Beats zu komponieren, eigene Texte zu schreiben. Noten kann er zwar nicht lesen, doch er hat ein sicheres Gefühl für gute Sounds.
Als Tarim etwas Geld übrig hatte, investierte er eine hübsche Summe in professionelles Equipment: gutes HipHop-Programm, Preamp, Mikro, Kopfhörer, Monitorboxen, irgendwann kam ein Keyboard dazu. Jetzt hatte er eine Anlage, mit der alle berühmten Rapper einmal angefangen haben. „Zuerst kam ich damit nicht klar, habe keinen einzigen Ton aus der Anlage gebracht“, erinnert er sich schmunzelnd. Doch der Kirchdorfer ist ein echter Autodidakt: Was er will, das kriegt er auch hin. „Ich habe mich da reingefuchst“, sagt er. Ganz allein, geholfen habe ihm keiner.
Vor etwa drei Jahren hat er angefangen, seine Musik auf der Internetplattform Youtube zu verbreiten, außerdem ein Musikvideo gedreht, eine eigene Website gestaltet – alles selbst gemacht. 19 Tracks sind mittlerweile entstanden, die man sich kostenlos herunterladen kann. Momentan beschäftigt sich der 31-Jährige mit Urheberrechten, einem Internet-Shop und der GEMA, bei der er sich um eine Mitgliedschaft beworben hat. „Die schützen meine Werke“, sagt er.
Mit seinen Nachbarn im Hochhaus am Karl-Arnold-Ring hat der Musiker offenbar Glück. „Bisher hat sich noch keiner über die Musik beschwert, obwohl es manchmal laut ist“, grinst er. Vielleicht mögen die Nachbarn einfach seine Musik...
www.tuside.wix.com/fanpage
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