„Der Central Park von Hamburg“

Bundespräsident Joachim Gauck (r.) war in den 50er Jahren zum ersten Mal in Hamburg. „Damals gab es durch den Krieg noch viele Lücken, aber die Gartenschau war da“, erinnerte sich der Schirmherr der igs. Neben ihm Lebensgefährtin Daniela Schadt im Gespräch mit einem gut gelaunten Olaf Scholz.

Bundespräsident Gauck und Bürgermeister Scholz eröffnen internationale Gartenschau

Mit einer launigen Rede eröffnete Bundespräsident Joachim Gauck am vergangenen Freitag die internationale Gartenschau (igs). Obwohl er selbst Familie in Hamburg habe, sei der Name Wilhelmsburg bislang nicht oft gefallen, erzählte der Schirmherr der Veranstaltung. „Das könnte sich mit dieser schönen Ausstellung ändern“, so Gauck. Bürgermeister Olaf Scholz verglich Wilhelmsburg mit Manhatten, der größten bewohnten Flussinsel der Welt: „New York hat den berühmten Central Park, und Hamburg hat jetzt auch einen!“, erklärte der sonst eher nüchterne Politiker fast überschwänglich.
Die igs in Wilhelmsburg sei die erste Gartenschau in Hamburg nach 40 Jahren, so Scholz. „Sie setzt Maßstäbe in der grünen Stadtentwicklung, wird das Gesicht Hamburgs verändern und unsere schöne Stadt noch ein wenig lebenswerter machen.“ Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), verwies auf die schwierigen Wetterverhältnisse der letzten Zeit. Trotzdem hätten alle Fachrichtungen des Gartenbaus den Besuchern einen blühenden Start präsentiert. „Wir Gärtner können Großprojekte auf den Punkt, und das auch noch im finanziellen Rahmen“, sagte Mertz mit einem kleinen Seitenhieb auf die Elbphilharmonie.
Die Festreden waren eingerahmt von einem hochkarätigen Unterhaltungsprogramm, darunter Lotto King Karl, Joja Wendt und Achim Reichel, der seinen großartigen Song „Aloha Heja He“ mit den Inseldeerns vortrug und bei dem einen oder anderen Zuhörer für Gänsehaut sorgte – und dies nicht wegen der frostigen Temperaturen.
Trotz des ungemütlichen Aprilwetters erkundeten bereits am Eröffnungstag rund 3.000 Besucher das Gelände. Gerda Herrlicher aus Langenhorn gehörte mit zu den ersten Besuchern. „Es blüht ja noch nicht viel, aber ich war so neugierig“, so die Rentnerin, die auf jden Fall im Sommer wiederkommen will. Ein kleiner Junge hüpfte auf einem in den Boden eingelassenen Trampolin. Für Blumen habe er überhaupt nichts übrig, erzählte Timo (6) aus Neugraben. „Aber man kann hier toll spielen!“

Protest wegen Naturzerstörung:
Zur Eröffnung der Gartenschau gab es auch Protest: Mitglieder der Initiativen „Busch und Baum“ und „IBA? Nigs DA!“, Engagierte Wilhelmsburger, BUND und die Linke erinnerten an die massiven Naturzerstörungen im Rahmen der igs-Bauarbeiten. „Wir haben seit 2008 mit ansehen müssen, wie Tausende von gesunden Bäumen gefällt wurden, wie Biotope einfach platt gemacht wurden, wie unser Park für uns gesperrt wurde“, kritisiert die Linke-Bezirksabgeordnete Renate Hercher-Reis. Die hohen igs-Eintrittspreise könnten sich Wilhelmsburger nicht leisten. „Wir wollen einen öffentlichen Park - kostenlos!“, fordert Thomas Koyar, Aktivist von „IBA? Nigs DA!”.
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.