Denkmalschützer wollen Kirche retten

Die Kirche St. Maximilian Kolbe könnte schon bald der Abrissbirne zum Opfer fallen.

Erzbistum plant Abriss der St. Maximilian Kolbe Kirche – Interview mit dem Vorsitzenden des Denkmalvereins Hamburg

Die katholische St. Maximilian Kolbe Kirche in der Krieterstraße 7 soll abgerissen werden. Nach eigenen Angaben kann das Erzbistum Hamburg die dringend benötige Sanierung der Betonfassade und des Daches nicht finanzieren. Die Kosten werden auf etwa 400.000 Euro geschätzt. Zudem brauche man das Grundstück für eine Erweiterung des angrenzenden Altenheims, heißt es. Diese Pläne stoßen im Stadtteil und bei Denkmalschützern auf Kritik. Der Denkmalverein Hamburg lädt für Mittwoch, 23. April, um 18.30 Uhr zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung ein (siehe Infokasten). Das Wochenblatt hat mit Helmuth Barth, dem Vorsitzenden des Vereins, über den geplanten Kirchenabriss gesprochen.

• Warum steht die Kirche unter Denkmalschutz?
Das Denkmalschutzamt würdigt die Kirche als charakteristisches Beispiel für die Kirchenbaukunst der 70er Jahre. Ähnlich eindrucksvolle Beispiele gibt es aus dieser Zeit kaum in Hamburg.
• Ist es überhaupt möglich diesen Schutz aufzuheben?
Nur wenn der Erhalt für den Eigentümer wirtschaftlich nicht zumutbar ist und/oder die Bausubstanz nachhaltig beschädigt ist, sodass das Denkmal nach einer Sanierung nicht mehr als solches zu erkennen ist, kann im Ausnahmefall der Denkmalschutz aufgehoben werden.
• Warum sollte die Kirche vor einem Abriss bewahrt werden und welche Folgen hätte ein Abriss Ihrer Einschätzung nach für das Umfeld?
Das Bahnhofsviertel würde durch den Abriss seinen Mittelpunkt verlieren. Ein weithin sichtbares Identifikationsmerkmal für den Stadtteil würde verschwinden und ein origineller Kirchenbau obendrein. Wir appellieren an die Verantwortlichen, alle Optionen für einen Erhalt der Kirche zu prüfen.
• Wie könnte man die Kirche nach einer Entweihung weiter nutzen?
Es gibt viele Umnutzungsmöglichkeiten. Hamburg kennt bereits gute Beispiele für die Weiternutzung von aufgegebenen Kirchen als Stadteilzentrum, Kita oder Kulturhaus.

Diskussion um Abriss:
Ort: Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20
Moderation: Helmuth Barth, Vorsitzender des Denkmalvereins Hamburg
Teilnehmer: Stephan Dreyer, Beauftragter des Erzbistums, Andreas Kellner, Leiter des Denkmalschutzamtes, Bettina Kiehn, Vorstand Bürgerhaus, Klaus Lübke, Deputierter der Kulturbehörde, Jörn Walter, Oberbaudirektor und Anna Katharina Zülch, Vorstand Hamburgische Architektenkammer
Anschließend Diskussion mit dem Publikum
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