Demo gegen den Zaun

igs-Chef Heiner Baumgarten ließ den Menge-Park im Herbst 2010 einzäunen. „Weitere Schäden auf der Baustelle können wir uns nicht leisten“, begründete er damals. Foto: pit

Neue Initiative protestiert gegen Umzäunung des Menge-Parks

Nanu, hatten wir das nicht schon? Eine Initiative namens „Der Zaun muss weg!“ ruft für Sonnabend, 17. Dezember, zur Demo auf. Doch wer jetzt an den Zollzaun denkt, für dessen Abbau viele Wilhelmsburger jahrelang gekämpft haben, irrt sich. Diesmal steht ein anderer Zaun in der Kritik: der Zaun um den Menge-Park. „Wir sind eine Initiative aus Wilhelmsburg, die sich gegen die Einzäunung und kommerzielle Nutzung des Menge-Parks wendet“, erklärt Katja Merges, Sprecherin der Initiative.
Hintergrund: Der öffentliche Park wird zurzeit für die internationale Gartenschau (igs) umgebaut, 2013 soll hier der Eingangsbereich der Ausstellung liegen. Wegen mehrfachen Diebstahls und Vandalismus auf der Baustelle ließ die igs das Gelände im Herbst vergangenen Jahres einzäunen, zum Ärger vieler Anwohner, die den Park bis 2013 nicht mehr betreten dürfen. Nach Fertigstellung wird der Park zwar wieder zugänglich sein, allerdings nur, wenn dafür gezahlt wird. Genau hier setzt die Kritik der Initiative an: „Mit Eintrittspreisen zwischen 17 und 21 Euro wird ein ehemals öffentlicher Raum privatisiert und auf Verwertungsinteressen zugeschnitten“, so Sprecherin Merges.
Für die Kritiker hat die Privatisierung öffentlichen Raums Methode: Der Stadtteil werde durch die igs und die Internationale Bauausstellung (IBA) massiv umstrukturiert – mit verheerenden Folgen für die Bewohner. Merges: „Durch die Aufwertung werden Besserverdiende und Investoren in den Stadtteil gelockt.“ Das Ergebnis: steigende Mieten und Verdrängung einkommensschwacher Menschen. Die Umzäunung des ehemals öffentlichen Parks stehe symbolisch für diese Entwicklung, von der nur profitiert, wer es sich leisten kann.
Die Protestkundgebung beginnt am Sonnabend um 14 Uhr am Zaun in der Georg-Wilhelm-Straße, Ecke Mengestraße. „Der Menge-Park gehört allen Menschen und darf nicht wirtschaftlichen Interessen geopfert werden“, appelliert Katja Merges. Passenderweise haben sich die Protestler für ihre Aktion den 17. Dezember ausgesucht, den hamburgweiten „Aktionstages gegen kapitalistische Stadtentwicklung und Gentrifizierung".
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