Deichwacht: Endlich ein Zuhause

Deichwächter Peter Kähler (2.v.l.), Uwe Sommer (M.) und Christa Muhlack freuen sich über die neue Unterkunft. Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (2.v.r.), Ortsamtsleiter Thorsten Schulz (r.) und Michael Weinreich (SPD, l.) freuen sich mit. Foto: ad

Im Sommer ziehen die Deichschützer in die neuen Container

von Angela Dietz

Endlich: die Wilhelmsburger Deichwächter bekommen neue Räume. Die alte Boxsporthalle am Rotenhäuser Damm, in der die 40 Ehrenamtlichen zurzeit noch residieren, wird kommendes Jahr abgerissen. Als neues Zuhause sollen nun Container am Finkenriek aufgebaut werden. Das Bezirksamt Mitte widmete dafür kurzerhand Personalmittel in Höhe von 70.000 Euro in Investitionsmittel um.
„Auf dem Gelände am Finkenriek, wo sich jetzt schon die Materiallager befinden, wird die Deichwacht in Zukunft ihr Zuhause haben“, sagt Bezirksamtsleiter Markus Schreiber. Im März 2012, nach der Sturmflutsaison, kann der Umzug beginnen. Im Sommer können die neuen Räume dann eingeweiht werden. Neben einem großen Besprechungsraum wird es eine Küche, Duschen, WCs und Umkleideräume geben ­– für Männer und Frauen getrennt. Das war in der Vergangenheit nicht so. „Das hat uns nie was ausgemacht“, kommentiert Deichwächterin Christa Muhlack lachend die Neuerungen. Immerhin sieben Frauen sind in der Männerdomäne Deichwacht aktiv.
Möglich geworden ist der neue Standort nicht nur durch die Bezirksmittel. „Nach einem Zeitungsbericht über die fehlenden Räume meldete sich ein Firmenchef bei mir“, berichtet Deichwächter-Urgestein Uwe Sommer. „Der Mann, selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr, bot uns an, gebrauchte Container für besagte 70.000 Euro flottzumachen.“ Diese Summe war dann der entscheidende Schritt zur Lösung des Unterkunftsproblems. Denn zuvor war von der doppelten Summe für eine neue Unterkunft die Rede gewesen.
Uwe Sommer ist anzumerken, dass er von den Hamburger Behörden enttäuscht ist. Die Deichwacht, gleich nach der verheerenden Sturmflut von 1962 gegründet, ist als einsatzkräftige Gruppe von Bedeutung für die Elbsinsel. Doch keine Behörde wollte genug Geld für eine neue Unterkunft geben. „Da hat sich keiner gerührt“, klagt Sommer. „Wir haben leider keine gute Lobby.“
Nun müssen die Deichwächter im kommenden Frühjahr die Außenflächen herrichten. Das gehört zum Deal.
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