Deichwacht darf immer noch nicht umziehen

Wollen einen Ortswechsel: Gerd Rosien, Peter Kaehler, Wolfgang Czepoks, Wolfgang Stünckel und Holger Witt (v. l.) von der Deichwacht Wilhelmsburg. Im vergangenen Jahr hatten die Hamburger Deichwachten ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. (Foto: cvs)

Wilhelmsburger Deichschützer warten seit Jahren auf neue Unterkunft

von Ch. v. Savigny, Wilhelmsburg
Allmählich droht der geplante Umzug der Wilhelmsburger Deichwacht zur Posse zu werden: Schon vor mehr als eineinhalb Jahren hatte das Bezirksamt Mitte die Container, die zur künftigen Behausung der Deichschützer werden sollen, in Finkenriek aufstellen lassen. Seither tut sich rund um die Baustelle wenig bis gar nichts. Die ehrenamtlichen Deichschützer, die bereits seit Jahren auf ein Ersatzquartier für die marode Turnhalle an der Rotenhäuser Straße warten, haben die Faxen dicke: „So langsam macht uns das keinen Spaß mehr“, sagt Deichwacht-Mitglied Wolfgang Czepoks.
Rückblick: Im April 2012 lässt das Bezirksamt nach langer Planung elf gebrauchte Bürocontainer auf das Gelände neben dem Wohnmobilplatz am Finkenrieker Hauptdeich bringen. Ein Fundament wird gegossen, die Container zu einer 120 Quadratmeter großen Mannschaftsunterkunft zusammengesetzt. Duschen, WCs, Küche, Umkleide und Geräteraum werden installiert. Eine schicke, hölzerne Dachkonstruktion sorgt dafür, dass die Deichschützer auch bei Regen im Trockenen sitzen. Praktisch: In unmittelbarer Nachbarschaft befindet sich das Deichverteidigungsdepot. Dort werden Sandsäcke gelagert, die bei Übungen und Ernstfällen zum Einsatz kommen. Mit dem Erscheinungsbild der Unterkunft ist Deichwacht-Chef Uwe Sommer denn auch hochzufrieden: „Das haben sie richtig toll gemacht“, findet er.
Bloß: Einziehen darf die Deichwacht deshalb noch lange nicht. Grund: Die Versorgungsleitungen für Strom, Gas und Wasser wurden noch nicht gelegt. Zuvor müsse der Untergrund auf Blindgänger sondiert werden, so die offizielle Begründung. Ein Witz, sagen die Deichschützer. „Das hat doch beim Fundament auch keiner gemacht!“ Zudem soll das beauftragte Architektenbüro insolvent sein. Man trifft sich jetzt vor Gericht wieder – eine Angelegenheit, die lange dauern kann. Inzwischen hat sich auch die Bezirksversammlung des Falls angenommen. „Die Deichwacht genießt bei uns ein hohes Ansehen“, sagt Klaus Lübke (SPD Veddel). In einem Antrag an die Verwaltung fordern die Politiker „umgehende Klärung“. Aufgrund der Anfrage der Bezirksversammlung will sich das Bezirksamt Mitte derzeit nicht zum Thema äußern.
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