„Das meiste kommt weg“

Die ehemalige Chemische Fabrik bleibt erhalten. (Foto: Klaus Lübke)

Historischer Fabrikkomplex auf der Peute wird abgerissen – nur zwei Gebäude werden saniert und an Kreative vermietet

Ein Teil des vom Abriss bedrohten, historischen Fabrikkomplexes auf der Peute ist gerettet: „Der Kern der ehemaligen GEG (Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Konsumvereine) bleibt erhalten und wird unter Denkmalschutz gestellt“, sagt Enno Isermann, Sprecher der Kulturbehörde. Bei Klaus Lübke, SPD-Mann von der Veddel, ist die Freude dennoch verhalten: „Das meiste kommt weg“, stellt er klar.
In einer Hauruckaktion hatte die Eigentümerin, die Hamburg Port Authority (HPA), zu Jahresbeginn den westlichen Teil der 80 Jahre alten Backsteinbauten abgerissen, um Platz für Logis-tikunternehmen zu schaffen. Die Kulturbehörde war alarmiert – und ließ die verbleibenden Gebäude vorläufig unter Denkmalschutz stellen. Kultur- und Wirtschaftsbehörde einigten sich jetzt auf einen Kompromiss: Die Gebäude 10 und 11 werden saniert und dauerhaft unter Schutz gestellt, das dritte Großgebäude wird abgerissen.
Platt gemacht wird das große Zentrallager, die Remise, das liebenswerte Pförtnerhäuschen und der auffällige Rotklinker-Schornstein. „Alles wunderbare Bausubstanz“, ärgert sich Bezirkspolitiker Lübke. Was den SPD-Mann am meisten wurmt: Es besteht keine wirtschaftliche Notwendigkeit für den Abriss. „Die HPA hat zwar immer behauptet, die Gebäude seien wirtschaftlich nicht zu betreiben, aber das Argument ist nur vorgeschoben“, so Lübke. Denn bevor die HPA mit der Abrissbirne anrückte, seien alle Gebäude komplett an Lager- und Krea-tivunternehmen vermietet gewesen.
Einigen Nutzern konnte die Kulturbehörde nach dem Rausschmiss neue Räume an anderen Standorten vermitteln, andere hoffen darauf, auf die Peute zurückkehren zu können. Wer von den rund 50 ehemaligen Mietern nach den Sanierungsarbeiten zurück-kommen darf, ist derzeit noch unklar. Einzig das Tonstudio im Obergeschoss soll laut HPA bereits eine Zusage haben.
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