„Das ist eklig und stinkt!“

Hannelore Kaschny vom AWO-Seniorentreff ärgert sich über Wildpinkler. Foto: cvs

Seniorentreff Rotenhäuser Wettern:
Wildpinkler sorgen für Ärger

Von Christopher von Savigny.
Die Hinterlassenschaften der Missetäter sind noch deutlich an der Hauswand zu sehen: dunkle feuchte Flecken, die offensichtlich die Folge eines dringenden Bedürfnisses waren. „Dass die Leute unbedingt hier ihr Geschäft verrichten müssen, ist für uns nicht schön“, sagt Hannelore Kaschny, Leiterin des AWO-Seniorentreffs an der Rotenhäuser Wettern. „Es ist eklig und stinkt. Wir haben schon gar keine Lust mehr, draußen zu sitzen.“

35 Euro Strafe werden
fürs Wildpinkeln fällig


Erst im vergangenen Jahr war die Parkanlage am Rotenhäuser Feld neu gestaltet worden. Das dichte Gebüsch an der Südseite des Seniorentreffs wurde entfernt und durch fest verankerte Tische und Bänke ersetzt. Die gesamte Wiese im nördlichen Teil wurde neu angelegt, junge Bäume wurden gepflanzt und Wege neu gestaltet. Das Ergebnis ist gut gelungen – so gut, dass die Grünfläche an sonnigen Tagen jetzt regelmäßig viele Besucher anzieht. Darunter auch Trinker und Obdachlose, die sich gerne an der Hauswand des AWO-Treffs erleichtern. „Wenn jemand bei uns anfragt, darf er natürlich die Toilette benutzen“, sagt Kaschny. „Aber das machen die ja nicht!“

Keine Lust mehr,
darußen zu sitzen

Der Seniorentreff ist täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die übliche Besucherzahl liegt bei 20 bis 25 Personen pro Nachmittag – zurzeit liegt der Durchschnitt nur noch bei 15. Gestört fühlen sich die Senioren nicht nur von den Wildpinklern, sondern auch durch Grilldämpfe und freilaufende Hunde. „Das Problem ist, dass man den Leuten nichts Verbotenes vorwerfen kann“, sagt Fred Pattschull, Vorsitzender des AWO-Distrikts Wilhelmsburg. „Je heller und je wärmer es wird, desto mehr kommen natürlich.“ Die einzige Möglichkeit sei, an die Parkgäste zu appellieren.
Verboten ist allerdings das Urinieren an Häuserwände. Nach Auskunft des Bezirksamts Mitte werden mindestens 35 Euro fällig, falls man erwischt wird. Und zum Thema Grillen: „Das ist grundsätzlich nicht verboten, solange es ordnungsgemäß stattfindet“, sagt Amtssprecher Norman Cordes.
Will heißen: Nicht auf dem Boden grillen und Reste wieder mitnehmen. In der Parkanlage „Rotenhäuser Feld“ gebe es außerdem zwei Betonringe zum Entsorgen von Grillkohle, so Cordes.
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