Das gibt viel Saft!

Biologin Gisela Bertram kostet einen Apfel von der Streuobstwiese am Jakobsberg. Hier wachsen hauptsächlich Golden Delicios und ein paar anderen, alte Apfelsorten.

Streuobstwiese am Jakobsberg: Bäume übervoll – Menschen mit Behinderung helfen bei der Apfelernte

Vergangenes Jahr trugen die Apfelbäume auf der Streuobstwiese am Jakobsberg kaum Früchte, in diesem Herbst könnte dagegen ein neuer Ernte-Rekord aufgestellt werden: Prallvoll sind die Äste der alten Apfel- und Birnbäume. „Das reicht diesmal locker für Menschen und Vögel“, freut sich Biologin Gisela Bertram.
Als Geschäftsführerin der Stiftung Ausgleich Altenwerder kümmert sie sich um den Ankauf von Ersatzflächen für zugeschüttetes Grünland. Auf der 1,3 Hektar großen Obstwiese, die seit letztem Jahr der Stiftung gehört, sollen vor allem Brutmöglichkeiten für die vom Aussterben bedrohten Steinkauze geschaffen werden, die früher im Wilhelmsburger Osten gelebt haben. „Der Eulenvogel nis-tet gerne in knorrigen Höhlen alter Apfelbäume“, erklärt sie. Damit die Eule genug Lebensraum hat, wurden jetzt weitere neun Hektar Ackerland gleich nebenan dazugekauft.
Doch noch hat sich kein Steinkauz blicken lassen. Stattdessen wuseln ein paar junge Männer über die Wiese und sammeln eif-rig Äpfel. Auf ihren Jacken steht: „Das Geld hängt in den Bäumen“. Bei den Apfelpflückern handelt es sich um Mitarbeiter der gleichnamigen Firma, die 2010 mit dem Ziel gegründet wurde, mit Äpfeln Arbeitsplätze für behinderte Menschen zu schaffen. „Unsere Idee war, die Äpfel, die überall an den Bäumen hängen bleiben, nutzbar zu machen“, erläutert Kai Storm, der bei „Das Geld hängt in den Bäumen“ die Arbeiten koordiniert. Die gemeinnützige Firma kooperiert mit den Elbe-Werkstätten und mit dem Vermittlungskontor Wilhelmsburg.
Gartenbaumeisterin Silke Stolting betreut die Apfelpflücker bei der Ernte. Die gesammelten Äpfel werden später von einer Slow-Food-Mosterei zu naturtrübem Direktsaft verarbeitet und an Firmen und Privatkunden verkauft. „Der Erlös fließt zu 100 Prozent zurück in das Projekt und finanziert so die Arbeit unserer Mitarbeiter“, erklärt Storm.
Wer den Apfelsaft probieren möchte, kann sich unter Tel. 0176-63 86 69 64 eine Flasche (2,45 Euro plus Pfand) vorbestellen und im Puhsthof, dem Firmensitz, abholen. Geliefert wird erst ab drei
Kisten.
www.dasgeldhaengtandenbaeumen.de

Die Stiftung Ausgleich Altenwerder sucht naturnahe Flächen südlich der Norderelbe, die sie unter verschiedenen Naturschutzzielen entwickeln und pflegen will, um so die biologische Vielfalt zu fördern. Für den Kauf und Erhalt der Flächen stehen knapp sechs Millionen Euro zur Verfügung. Kontakt: Gisela Bertram, Tel. 28 00 77 32; www.stiftung-ausgleich-altenwerder.de
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