Damenhandtasche - stone-washed!

Jeans zu Handtaschen: Produktionsleiterin Hanna Ehrhorn mit Nähfachfrau Bärbel Behnke und Teilnehmerin Huma Anwar (v. l.). Foto: cvs

„Bridge & Tunnel“ recycelt alte Jeans
und bietet Migrantinnen eine Berufsperspektive

Von Christopher von Savigny.
In der Nähwerkstatt „Stoffdeck“ am Veringhof erwachen alte und verschlissene Jeans zu neuem Leben: Aus Bergen von Altkleidern suchen fleißige Hände die besten Stücke aus, schneiden sie zurecht und formen daraus Patchworkmuster in verschiedenen Blautönen. Was einst als Beinkleid diente, wird zur Damenhandtasche. Oder zum Teppich – je nachdem. Erstaunlich, was sich aus vermeintlichem Abfall alles machen lässt.
Constanze Klotz und Hanna Erhorn haben sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Innerhalb von fünf Jahren wollen sie mit ihrem neuen Label „Bridge&Tunnel“ so erfolgreich sein, dass sie ihren Mitarbeiterinnen feste Jobs anbieten können. Fünf Wilhelmsburger Frauen mit ausländischen Wurzeln arbeiten derzeit im Stoffdeck, die wenigsten von ihnen waren schon einmal berufstätig. „Die Frauen, die bei uns arbeiten, haben es schwer gehabt, auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzukommen“, sagt Geschäftsführerin Klotz. „Bei uns erhalten sie die Chance dazu!“
„Upcycling“: So nennt sich die Resteverwertung auf Neudeutsch. Dafür wird der
Denim-Stoff geschnitten, in
Taschenform zusammengelegt, vernäht und mit Innenfutter, Reißverschluss und Henkeln ausgestattet – fertig ist das schicke Accessoire für die modebewusste Frau. Auch Designerin Signe Bonnesen, die für die Kollektion verantwortlich ist, trägt eine solche Tasche. „Ich bin total verliebt in Indigo“, sagt die Dänin. Aus Bonnesens Entwurfswerkstatt kommen auch eine große Reisetasche und ein Teppich, der aus geflochtenen Jeansresten besteht. Weitere Kollektionen sind in Planung.
Für die fünf Mitarbeiterinnen ist der wöchentliche Näh-Treff ein echter Glücksfall. „Zu Hause nähen finde ich langweilig“, sagt Reyhan Yöruk, die aus der Türkei stammt. „Aber wenn ich das hier tue und sogar Geld dafür kriege, dann ist das ein ganz anderes Gefühl. Es macht mich stolz!“
„Bridge&Tunnel“ - der Name hat für Constanze Klotz zwei Bedeutungen: „Zum einen, weil man entweder über die Brücke oder durch den Tunnel muss, wenn man nach Wilhelmsburg fährt“, erklärt sie. „Und zum zweiten, weil wir den Frauen eine Brücke ins Berufsleben bauen wollen.“
Der Verkauf läuft über das Internet.
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