Chaoten stürmten Hofa-Fest

Die zum Teil vermummten Demonstranten verrieten leider nicht, welche Gruppe oder Organisation hinter ihrem Auftritt steckte. (Foto: Sabine Deh)

Einweihung der neuen Ateliers geriet zur Farce

von Sabine Deh, Wilhelmsburg
Rund sechs Jahre dauerten die umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten an der Honigfabrik. Mit einem Fest sollte am vergangenen Freitag die Fertigstellung des letzten Bauabschnitts gefeiert und die drei neuen Künstlerateliers eingeweiht werden. Thomas Giese, der Leiter des Kulturtreffs, Bezirksamtsleiter Andy Grote und Senatorin Jutta Blankau hatten gerade am Redner-Tisch Platz genommen, als plötzlich eine Gruppe Demonstranten das Gelände stürmte.
Die zum Teil vermummten Gestalten machten mit „Ghettoblastern“ und Tröten lauten Radau, bewarfen die Gäste mit Konfetti, Luftschlangen und Flugblättern. Auf diesen „Flyern“ kritisierten die namenlosen Demonstranten die steigenden Mietpreise im Stadtteil und die „medienwirksame Einweihungsfeier“ der neuen Honigfabrik-Ateliers, die nur darauf ausgelegt seien „eine zahlungskräftige Klientel zu bedienen“.
„Was hat die Honigfabrik mit den steigenden Mietpreisen zu tun?“, wollte eine ältere Dame von einem der „Besucher“ wissen. Eine Antwort blieb dieser schuldig. Auch wurde nicht klar, ob die chaotische Gruppe überhaupt aus Wilhelmsburg kommt.
Bei soviel Unkenntnis öffnete dann auch der Himmel seine Schleusen, es goss in Strömen. Die anfänglich so harmonische Sommerparty fiel im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Thomas Giese, der sich mit seinem Team stets für die Schwächsten und Ärmsten im Stadtteil stark gemacht hatte, wirkte fassungslos: „Warum habt ihr euch ausgerechnet die Hofa ausgesucht?“.
„Diesen Auftritt hat die Hofa nicht verdient“, ärgerte sich Serdar Bozkurt vom Türkischen Elternbund und stand mit dieser Einschätzung nicht alleine da.
Komplett unter ging in diesem Spektakel die Einweihung der drei neuen Ateliers, in denen Künstler für eine geringe Miete arbeiten können. Auch die Architektur-Ausstellung auf dem Maknete-Hausboot und die Taufe des daneben liegenden Hausbootes „Julianne“, auf dem künftig Grafikdesigner der Freien Schule für Gestaltung ausgebildet werden, interessierte kaum noch.
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