Café im Bunker: Betreiber gefunden

Inzwischen hat der Bunker eine neue Hülle erhalten. (Foto: ad)

Unklar ist aber noch, wer sich um die geplante Geschichtsausstellung kümmern soll

von Angela Dietz

Der Umbau des Bunkers an der Neuhöfer Straße zu einer Produktionsstätte für erneuerbare Energien ist in vollem Gange. Auch für das zukünftige Café wurde bereits ein Betreiber gefunden. Die Ausschreibung für die geplante Geschichtsausstellung läuft allerdings noch weiter. Das ist erstaunlich, denn ursprünglich war angedacht, dass die Café-Betreiber auch die Ausstellung betreuen sollen.
Den Zuschlag für das Café hat Falk Hocquél erhalten. Seine Firma Pferdestall Kultur GmbH betreibt etliche Cafés und Clubs auf der anderen Elbseite, darunter die Pony Bar, die Astrastube und das Kulturhaus 73. Auch in Berlin und Leipzig ist das Unternehmen aktiv. „Viele Fragen, wie der Betrieb des Cafés genau aussehen soll, sind noch nicht abschließend geklärt“, erklärt Falk Hocquél vorsichtig.
Ein Mietvertrag existiert noch nicht. Insbesondere die Betreuung der künftigen Ausstellung zu Bunkergeschichte ist noch nicht geklärt. Laut internationaler Bauausstellung (IBA) soll der Cafébetreiber für Pflege und Zugänglichkeit sorgen. „Es ist unsere Absicht, die späteren Ausstellungsmacher nach Kräften zu unterstützen“, kündigt Hocquél an. „Genaueres kann erst gesagt werden, wenn es ein Ausstellungskonzept gibt.“
Doch was heißt das? Mit den inhaltlichen Fragen zur Geschichte des Bunkers hat sich die Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen seit Jahren beschäftigt: der Schutzfunktion für die Bevölkerung im Krieg, den Zusammenhängen von Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft, Industrie und Hafen. Die künftige Ausstellung betreuen kann sie jedoch nicht: dafür gibts kein Personal und keinen Etat. Auch die Kulturbehörde hat bei 100.000 Euro Betriebskosten im Jahr abgewunken.
Offenbar gibt es jetzt eine Ausstellung in „Light-Version“. Die Firmen, die sich an der Ausschreibung beteiligen, beschäftigen sich mit der Darstellungsform. Wo kommt welche Texttafel hin, ein Bild, eine Audiostation, die Kataloggestaltung und ähnliches. Die Texte liefert die Geschichtswerkstatt.
Ein dickes Manko ist der Zugang, der nicht barrierefrei ist. Zum Café in 30 Metern Höhe gelangt man mit dem Fahrstuhl. Von dort geht es jedoch nur über eine Treppe zur Ausstellung. „Das geht gar nicht!“, findet Margret Markert von der Geschichtswerkstatt.
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