„Busfahrer kümmerte sich nicht um mich“

Stürzte nach einer Vollbremsung im Bus: Klaus Feldebert aus Wilhelmsburg. „Die Hochbahn hätte sich wenigstens entschuldigen können“, findet er. Foto: pit

Wilhelmsburger stürzte nach Vollbremsung im 156er –
Hochbahn: Grundsätzlich besteht Eigensicherungspflicht

Auf die Hamburger Hochbahn AG ist der Wilhelmsburger Klaus Feldebert momentan nicht gut zu sprechen. Vor ein paar Wochen hatte er im Bus einen kleinen Unfall. „Der Busfahrer machte eine Vollbremsung, da bin ich hingeflogen“, erzählt der 56-Jährige. Er zog sich eine schmerzhafte Beckenprellung zu und war zwei Wochen lang krankgeschrieben. Jetzt will er seinen Verdienstausfall erstattet haben. Doch das sieht nicht gut für ihn aus.
Feldebert war mit dem 156er Bus unterwegs in Richtung Reiherstiegviertel. Er hatte seinen Hackenporsche dabei, prallgefüllt mit Pfandflaschen. „Die wollte ich abgeben“, erklärt er. Nach der Vollbremsung sei nicht nur er hingeflogen, sondern auch die Flaschen kullerten munter im Bus herum. Was ihn ärgert: „Der Busfahrer hat sich gar nicht um mich gekümmert, sondern ist gleich ausgestiegen.“ Später jedoch habe dieser ihm dann doch noch geholfen, die Flaschen einzusammeln, räumt Feldebert ein.
Als die Schmerzen schlimmer wurden, ging er zum Arzt – und mit dem Attest zur Servicestelle der Hochbahn. „Die wollten sich darum kümmern“, sagt er. Doch als er ein paar Wochen später nachfragte, hieß es, die Sache sei eingestellt. „Ich sei selbst Schuld, weil ich mich nicht richtig festgehalten habe“, staunt Feldebert. „Ja, muss ich mich denn im Bus anketten?“
Die Hochbahn AG stellt klar: „Grundsätzlich besteht im Bus die Eigensicherungspflicht“, erklärt Unternehmenssprecherin Maja Weihgold. Dennoch habe man versucht, den Vorfall aufzuklären. „Dies ist uns aber - wie Herrn Feldebert auch mitgeteilt - aufgrund fehlender Angaben leider nicht möglich gewesen“, so Weihgold. Erschwerend hinzu käme, dass die Angaben teilweise widersprüchlich seien. „Herr Feldebert gab zuerst an, der Fahrer habe sich nicht um ihn gekümmert und später, der Fahrer habe ihm beim Aufsammeln von Leergut geholfen.“ Bei einer Verletzung hätte er den Busfahrer aber sofort ansprechen müssen. „Im Nachhinein ist es uns nicht möglich, vor allem wenn keine Details vorliegen, auf Ansprüche einzugehen“, so die Hochbahn-Sprecherin.
Feldebert gibt zu, keine Lust mehr gehabt zu haben, all die Fragen der Hochbahn schriftlich zu beantworten. „Aber die hätten sich wenigstens mal entschuldigen können“, findet er.
 auf anderen WebseitenSenden
1 Kommentar
25
Jochen Elter aus Wilhelmsburg | 08.02.2012 | 22:07  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.