Bunker: Staub und Lärm – das nervt!

Anwohner Dirk Holm reicht's: „Meine Leidensfähigkeit ist erschöpft“, sagt er. (Foto: cvs)

Anwohner beklagen sich über langwierige Bauarbeiten

von Christopher v. Savigny

Lautes Zischen, Schläge auf Metall, dröhnende Maschinen: Die Anwohner des Bunkers in der Neuhöfer Straße müssen derzeit eine Menge Baulärm erdulden – manchmal sogar bis tief in die Nacht: „Letzte Woche habe ich die Polizei gerufen, nachdem um 23 Uhr immer noch gearbeitet wurde“, beschwert sich Dirk Holm, dessen Reihenhaus nur wenige Meter von der Baustelle entfernt liegt. „Seit zehn Monaten ertragen wir diese Belastungen.“
Der ehemalige Flakbunker wird seit vergangenem Jahr von der Internationalen Bauausstellung (IBA) zum „Energiebunker“ umgebaut: In seinem Inneren soll ein Blockheizkraftwerk entstehen, für die Außenhaut ist eine Verkleidung mit Solarzellen geplant. Dafür laufen die Vorbereitungen: Arbeiter strahlen Wände mit Sandstrahlgebläsen ab, um Betonreste zu entfernen. Diese Arbeit verursacht den meisten Lärm. Anschließend wird neuer Betonputz aufgetragen.
Die Gebläse verursachen ein weiteres Problem: Vom Wind wird der Betonstaub bis zu den Häusern der Anwohner getragen. „Er dringt in unsere Wohnungen ein, sogar bis in die Schränke“, schimpft Holm. Fensterscheiben und Autos würden in einem Tempo verschmutzen, dass sie fast täglich gereinigt werden müssten.
Das Lärm- und Staubproblem ist der IBA bekannt. „Das Gerüst wurde durch eine sehr stabile und dicke Plane komplett geschlossen“, erklärt Sprecherin Kristina Hödl. Bei starkem Wind reiße diese zwar gelegentlich ein, werde vor „staubintensiven Arbeiten“ aber wieder dicht gemacht. Um Staub zu vermeiden, setze man – so weit möglich – Wasserstrahler ein. Mit den Anwohnern sei zudem eine regelmäßige Reinigung ihrer Häuser und Pkws vereinbart worden.
Auf der Baustelle darf offiziell bis 18 Uhr gearbeitet werden. „In diesem einen Fall sind bis 23 Uhr Stemmarbeiten durchgeführt worden“, so Hödl. Das sei eine Ausnahme gewesen und werde nicht wieder vorkommen. Nach Auskunft der Polizei Wilhelmsburg sind an dem Abend lediglich zwei Beschwerden von Bürgern eingegangen. Die Arbeiten an der Außenwand des Bunkers sollen bis Oktober abgeschlossen sein.
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1 Kommentar
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harras von Heilsperg aus Wilhelmsburg | 27.07.2012 | 14:49  
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